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[7] Forscher: Einsamkeitsgefühle haben auch eine erbliche Ursache
--- Berlin (ddp).
Die
Neigung zur Einsamkeit hat eine deutliche genetische Ursache. Das
schließen niederländische und amerikanische Forscher aus Untersuchungen
mit Zwillingen. Rund 50 Prozent der befragten eineiigen und damit
genetisch identischen Zwillingspaare beschrieben das Maß und den
Grad ihrer Einsamkeitsgefühle als ähnlich. Bei zweieiigen Zwillingen
waren dies nur 25 Prozent. Damit sind erbliche Faktoren für die
Einsamkeit deutlich mitverantwortlich, schreiben die Forscher um
Dorret Boomsma von der Universität Amsterdam im Fachmagazin "Behavior
Genetics" (doi: 10.1007/s10519-005-6040-8).
Die
Forscher befragten mehr als 8000 erwachsene Zwillinge aus den Niederlanden,
deren Lebensweg seit 1991 regelmäßig beobachtet wird. Die Zwillinge
antworteten auf Fragen wie "andere mögen mich nicht", "ich verliere
Freunde schnell" und "ich fühle mich einsam" anhand einer Skala.
Mit statistischen Verfahren analysierten die Forscher die Antworten.
Damit
können die Wissenschaftler beispielsweise davon ausgehen, dass ein
Zwillingspaar - egal ob eineiig oder zweieiig - unter sehr ähnlichen
Umgebungsbedingungen aufwächst. Auch Umwelteinflüsse können Forscher
so herausrechnen. Die Unterschiede zwischen der Gruppe der genetisch
identischen eineiigen Zwillinge und der Gruppe der zweieiigen Zwillinge
sind dann erblich bedingt. Die Erkenntnis, dass Einsamkeitsgefühle
zu 50 Prozent erblich sind, lässt sich als pauschale Aussage allerdings
nicht mit bestimmten Genen im Erbmaterial in Verbindung bringen.
Wissenschaftler
dachten bislang, dass schüchterne Menschen oder Personen mit geringer
sozialer Bindungsfähigkeit zu Einsamkeitsgefühlen neigen. Die neue
Studie zeigt, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.
Da laut weiterer Studien Einsamkeit auch gesundheitliche Auswirkungen
hat, könnte das Verständnis dieser Gefühlsstimmung Hinweise für
Therapien bieten.
Quelle:
Lichblick
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