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Das
Gedächtnis der Gene Wir alle wissen es: Die vererbten
Eigenschaften eines Menschen sind das Ergebnis seiner Gene. Doch
was, wenn sich auch die Lebensführung unserer Eltern und Grosseltern
auf uns auswirken würde? Jean Baptiste de Lamarcks These von der
Vererbung erworbener Eigenschaften erlebt im Augenblick eine fulminante
Wiederauferstehung in Wissenschaft und Medien: Sie beschäftigt indirekt
all jene, die sich mit dem Feld der so genannten Epigenetik befassen.
Dieses
neue Forschungsgebiet geht von der ebenso einfachen wie umstrittenen
Vorstellung aus, dass unsere Gene über ein "Gedächtnis", eine "Erinnerung"
verfügen: Das Leben etwa unserer Grosseltern - die Luft, die sie
atmeten, die Nahrungsmittel, die sie assen, ja sogar die Dinge,
die sie sahen - würden sich demnach direkt auf uns auswirken. Sie
könnten zum Beispiel unsere Gesundheit beeinflussen - und das noch
Jahrzehnte später, obwohl wir selbst all diese Dinge nie erlebten.
Logischerweise ginge die beunruhigende Verknüpfung noch weiter:
Alles, was wir heute tun und erleben, würde sich in der Zukunft
auf das Leben unserer Enkel auswirken.
Die
deutsche Erstausstrahlung der BBC Exklusiv-Dokumentation von "Das
Gedächtnis der Gene" erklärt die neuesten Entdeckungen zu jenen
Aspekten unserer Gene, die eben nicht von der DNA bestimmt werden.
Sie schildert, wie epigenetische "Schalter" dafür sorgen, dass ein
bestimmtes Gen durch Umwelteinflüsse wie Ernährung oder Stress überhaupt
erst aktiviert wird oder nicht. Und sie zeigt, wie sich diese Faktoren
auf die Vererbung auswirken
Was:
BBC Exklusiv - Das Gedächtnis der Gene
Wann: So, 05.02.2006, 09:35 Uhr (60 Minuten)
Wo: VOX
Kategorie:Wissenschaft
Thema:Epigenetik
Inhalt: Wir alle wissen es ja:
Die vererbten Eigenschaften eines Menschen sind das Ergebnis seiner
Gene. Doch was, wenn sich auch die Lebensführung unserer Eltern
und Großeltern auf uns auswirken würde? Die Nahrung, die sie zu
sich nahmen oder besondere Belastungen, die sie durchleiden mussten?
Sind unsere Erbanlagen vielleicht viel mehr als allein die Kombinationen
unserer DNA? Gibt es eine Ebene in unseren Erbinformationen, die
sich praktisch "außerhalb" der DNA befindet? Fragen wie diese beschäftigen
seit einigen Jahren die Wissenschaft der Epigenetik. Die neue Disziplin
auf dem Feld der Genetik könnte unsere Vorstellungen von der Vererbung
grundlegend verändern. Spätestens seit den erfolgreichen Erbsen-Experimenten
des Gregor Mendel weiß jeder Jugendliche, der im Bio-Unterricht
aufgepasst hat: Die Genetik bestimmt über die vererbten Eigenschaften
eines Lebewesens. Doch schon 1801 hatte der französische Zoologe
Jean Baptiste de Lamarck eine Theorie veröffentlicht, die von ganz
anderen Prämissen ausging: Er glaubte, dass auch erworbene Eigenschaften
vererbt werden. Die Wissenschaft hat Lamarck in der Folge als verpönt
ad acta gelegt. Der Franzose hatte den Fehler begangen, an eine
"zielgerichtete Evolution" zu glauben. Diese Idee widersprach aber
der (viel später formulierten) "natürlichen Auslese" des Briten
Charles Darwin. Lamarcks These von der Vererbung erworbener Eigenschaften
erlebt im Augenblick allerdings eine fulminante Wiederauferstehung
in Wissenschaft und Medien: Sie beschäftigt indirekt all jene, die
sich mit dem Feld der so genannten Epigenetik befassen. Dieses neue
Forschungsgebiet geht von der ebenso einfachen wie umstrittenen
Vorstellung aus, dass unsere Gene über ein "Gedächtnis", eine "Erinnerung"
verfügen: Das Leben etwa unserer Großeltern - die Luft, die sie
atmeten, die Nahrungsmittel, die sie aßen, ja sogar die Dinge, die
sie sahen - würden sich demnach direkt auf uns auswirken. Sie könnten
zum Beispiel unsere Gesundheit beeinflussen - und das noch Jahrzehnte
später, obwohl wir selbst all diese Dinge nie erlebten. Logischerweise
ginge die beunruhigende Verknüpfung noch weiter: Alles, was wir
heute tun und erleben, würde sich in der Zukunft auf das Leben unserer
Enkel auswirken. Für die Epigenetiker steht fest: Die DNA beinhaltet
längst nicht alle unsere Erbinformationen, und die seit Jahrzehnten
gültige Ansicht, dass keine unserer Taten vererbt wird, ist auch
überholt. Doch die Epigenetiker haben ein Problem: Ihre Überzeugungen
lassen sich nicht ganz so griffig und eindeutig beweisen wie die
Mendelschen Gesetze. Für die meisten Wissenschaftler sind sie deshalb
immer noch Humbug. Dabei können Forscher wie Marcus Pembrey erste
Erfolge für sich - und die Idee der Epigenetik - verbuchen. Pembrey
ist "klinischer Genetiker" in London. Ganz im Norden von Schweden
fanden er und sein Mitstreiter Olov Bygren den Beweis dafür, dass
ein einschneidendes Ereignis im Leben einer Generation als Information
weitervererbt wird: Ihr Durchbruch gelang den Wissenschaftlern mit
Hilfe der Gemeindebücher des Weilers Överkalix - und er zeigt, dass
eine Hungersnot im Leben der Großeltern durchaus die Lebenserwartung
der Enkel beeinflussen kann. Die deutsche Erstausstrahlung der BBC
Exklusiv-Dokumentation erklärt die neuesten Entdeckungen zu jenen
Aspekten unserer Gene, die eben nicht von der DNA bestimmt werden.
Sie schildert, wie epigenetische "Schalter" dafür sorgen, dass ein
bestimmtes Gen durch Umwelteinflüsse wie Ernährung oder Stress überhaupt
erst aktiviert wird oder nicht. Und sie zeigt, wie sich diese Faktoren
auf die Vererbung auswirken könnten.
Quelle
unbekannt.
PS:
Ich fand den Bericht auf BBC so interessant, dass ich dachte ihr
solltet auch davon erfahren, einfach um ein bisschen zu verstehen,
warum unser Körper evtl. so ist, wie er ist - Eure Eva.
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