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Hartnäckige Depression - Ist eine Infektion die Ursache?
Mindestens 13 Erreger werden mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht / Pathomechanismen sind bislang nicht geklärt, Von Susanne Donner
Mai '07
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Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, die Bildung einer neuen Generation von Haarfollikeln in der Haut von Mäusen anzuregen. Das Verfahren könnte auf Glatzen neues Haar sprießen lassen.
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Hartnäckige Depression - Ist eine Infektion die Ursache?
Mindestens 13 Erreger werden mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht / Pathomechanismen sind bislang nicht geklärt, Von Susanne Donner
Aus www.aerztezeitung.de

Die 31-jährige Patientin war schon in vielen Arztpraxen gewesen: Müdigkeit, Depressionen und Selbstmordgedanken peinigten sie in rascher Folge. Keines der verschriebenen Medikamente half. Selbst durch den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik besserte sich ihr Zustand kaum. Ein Arzt diagnostizierte schließlich eine "therapieresistente Depression". Doch zum Glück konnte der jungen Frau mit einer Antibiotika-Therapie doch noch geholfen werden. Inzwischen ist sie gesund und arbeitet seit vier Jahren wieder.

Die entscheidende Antibiotika-Therapie hat Professor Karl Bechter eingeleitet. Der Chefarzt der Abteilung Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik vom Bezirkskrankenhaus Günzburg bemerkte im Blut der Patientin Antikörper gegen Streptokokken und Anzeichen einer chronischen Infektion. Er vermutet, dass die Patientin zwei Jahre lang an einer wellenartig wiederkehrenden Erkrankung durch die Bakterien litt. Das habe zur Depression geführt.

Bakterien und Viren als Ursache von Depressionen vermutet

"Psychische Erkrankungen sind in einigen Fällen eine Folge von Abwehrkämpfen des Immunsystems", ist Bechter überzeugt. Eine ungewöhnliche These, die er anhand der Krankheitsgeschichte der 31-jährigen Patientin bestätigen konnte. Depressiv und Schizophrenie-krank durch Bakterien und Viren? Früher suchte man die Ursache psychischer Leiden in erster Linie im sozialen Umfeld, in Kindheit und Erziehung. Doch dieser Einfluss ist möglicherweise geringer als gedacht. Mitmenschen beeinflussen zwar den Verlauf der Erkrankung, sind aber nicht die Ursache.

Die Ursachen sind nach Angaben von Professor Bernhard Bogerts, Psychiater an der Otto-von-Guericke- Universität in Magdeburg, etwa Gene und vorgeburtliche Hirnstörungen. Auch ein insuffizientes Immunsystem sei dabei von besonderer Bedeutung. Gerade schleichende und chronische Entzündungen könnten zu einem insuffizienten Immunsystem führen.

Streptokokken und Borrelien werden als Auslöser diskutiert

"Wir haben für mindestens 13 Erreger Hinweise, dass sie mit psychischen Erkrankungen in Verbindung stehen", ist die Erfahrung von Bechter. Außer Streptokokken gehören Borrelien dazu, die von Zecken auf den Menschen übertragen werden. Jahre nach dem Zeckenstich habe bei einigen Patienten die Infektion in Form einer Depression begonnen, berichtet Bechter. Auch bei den sexuell übertragbaren Herpes- sowie HI-Viren und Chlamydien wird vermutet, dass sie zu Depressionen führen können. "Es sind sogar Erreger dabei, die als nicht besonders gefährlich gelten, die sich aber im Nervensystem einnisten", so Bechter. Von dort aus entfalten sie dann ihre pathogene Wirkung. Welche Pathomechanismen zu den psychischen Erkrankungen führen, ist allerdings bislang nicht geklärt. Bei Aids-Patienten, die an einer Depression litten, fand man nach ihrem Tod, dass der Tryptophan-Metabolit Kynureninsäure in ihrem Gehirn verändert war. Dadurch wird der Informationsaustausch zwischen den Neuronen gestört. "Bei HIV-Patienten sind bestimmte Zellen des Gehirns mit Viren infiziert", betont Bechter.

Auch andere Erreger hinterlassen Spuren im Gehirn: Das Borna-Virus schädigt Nervenzellen und Zellgewebe im Gehirn, wie bei Depressiven und Patienten mit Schizophrenie nachgewiesen wurde. Auch die Nervenzellfortsätze werden von diesem Virus befallen. Bechter konnte einigen Patienten helfen, indem er einen Teil der Bakterien und Viren aus ihrem Liquor filterte.

Doch die Psychoneuroimmunologen kommen nur langsam voran bei der Suche nach weiteren Indizien. Sie müssen darauf hoffen, dass Angehörige in die Obduktion psychisch Kranker einwilligen, um die Gehirne auf mögliche Virusrelikte oder Zeichen einer Entzündung zu untersuchen. Im neuropathologischen Labor von Bogerts werden derzeit Gehirne von manisch Depressiven, Patienten mit Schizophrenie und Selbstmordopfern analysiert. "Der Nachweis ist sehr schwierig", sagt Bogerts. Denn längst nicht jede Infektion führt dauerhaft zu Depressionen. Nur ein sehr kleiner Teil der Menschen hat die Erkrankung über einen langen Zeitraum und bekommt schließlich ein psychisches Leiden.

"Erreger sind bei etlichen Patienten mit psychischen Erkrankungen von Bedeutung. Aber das Bakterium "Schizokokkus", das von heut' auf morgen wahnsinnig macht, gibt es nicht", betont Bogerts. (ddp)

Weiterführende Informationen

   

   

Haarwuchs aus dem Nichts
Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, die Bildung einer neuen Generation von Haarfollikeln in der Haut von Mäusen anzuregen. Das Verfahren könnte auf Glatzen neues Haar sprießen lassen.
Aus www.focus.de

Haarwuchs aus dem Nichts

Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, die Bildung einer neuen Generation von Haarfollikeln in der Haut von Mäusen anzuregen. Das Verfahren könnte auf Glatzen neues Haar sprießen lassen.

Sind Haarfollikel erst einmal abgestorben, ließen sie sich bisher nicht wieder beleben. George Cotsarelis und seinen Kollegen von der University of Pennsylvania haben jedoch ein viel versprechendes Verfahren entdeckt, mit dem sie neue Generationen der winzigen Haarproduzenten in der Haut entstehen lassen können.

Sie fanden heraus, dass sich während der Wundheilung ein „embryonales“ Zeitfenster öffnet. Während dieser Periode erwachen Gene wieder, die sonst nur während der frühkindlichen Entwicklung aktiv sind. Sie regen das schlummernde Potenzial der Haut an, sich vollständig zu regenerieren und neue Haarfollikel zu schaffen. Diesen Prozess konnten die Wissenschaftler steuern, indem sie bestimmte Signalmoleküle, sogenannte WNT-Proteine, in die Wunde gaben.

Neu gebildete Follikel

In Versuchen mit Mäusen entstanden statt unbehaartem Narbengewebe innerhalb von 45 Tagen wieder behaarte Hautflächen. Die Haut regenerierte sich vollständig. Höhere Dosen an WNT verdoppelten die Bildung von Haarfollikeln sogar.

Die Forscher hoffen, mit der Methode nicht nur Glatzköpfen zu neuem Haarwuchs zu verhelfen, sondern auch bestimmte Hauterkrankungen heilen zu können.

cf/University of Pennsylvania


 

 

   
   
   
   

 

 

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