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Orthomolekulare
Diagnostik und Behandlung bei psychischen Erkrankungen: |
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Antonia hat das Protokoll einer Veranstaltung bekommen, die 1999 von der Arbeitsgemeinschaft der Angehörigen psychisch Kranker (AANB) im Raum Hannover organisiert wurde. Da geht es wieder einmal um die Möglichkeit, dass psychische Störungen von diversen Stoffwechselstörungen herrühren, und evtl. durch entsprechende Ernährung, bzw. Zuführung von bestimmten sog. "Ernährungsergänzungsmitteln" korrigiert werden können. Diese Heilkunde nennt man "Orthomolekulare Medizin". Auf dieser Veranstaltung wurden, finde ich, sehr extreme Beispiele genannt. Die Kosten für die dort besprochene Anfangsuntersuchung sind auch nicht von Pappe. Ob verschiedene Krankenkassen hier inzwischen doch Ersatz leisten kann ich nicht sagen. Es ist jedenfalls erstaunlich, wie sehr die orthomolekulare Medizin inzwischen im Internet vertreten ist. Es muß was dran sein, denn nicht umsonst hat Prof. Linus Pauling für seine Grundlagenforschung auf diesem Gebiet den Nobelpreis bekommen. Einige von Euch haben ja auch schon von dem positiven Effekt z.B. der John Kender Diät berichtet. Es gibt da einige Übereinstimmungen (gute und schlechte Nahrungsmittel = deren Inhaltsstoffe) . Stöbert doch ein wenig im Internet, ich bin mir sicher, dass jeder von Euch da etwas für sich herausziehen kann. Mit Google und den entsprechenden Suchworten findet Ihr noch viel mehr im Netz, z.B. auch entsprechende Ärzte- und Apotheken-Listen. Eine sehr gute Seite ist z.B. die von Vitalwelt, da wird ausführlich erklärt um was es geht. http://www.vitalwelt.de/medizin/default.asp Ich habe selbst bei der AANB noch mal nachgefragt, ob sich die Methode inzwischen bewährt hat, was ausdrücklich bejaht wurde. Die AANB empfiehlt, sich an Psychologen, bzw. Psychotherapeuten zu wenden, die mit dieser ganzheitliche Methode arbeiten. Viel Spaß und gute Erfolge. Eure Eva Hier also das vollständige Protokoll vom 13.3.1999 mit freundlicher Genehmigung von Frau Kontenius und Herrn de Neuf (beide AANB): Bericht von der Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Angehörigen psychisch Kranker, AANB - Region Hannover - vom 13. 3. 1999 Die Region Hannover - hatte Angehörige, Psychiatrieerfahrene, Ärzte für Psychiatrie und Vertreter der Krankenkassen zu ihrer Veranstaltung eingeladen. Unter den 60 Teilnehmern waren nur ein niedergelassener Nervenarzt und ein Vertreter einer Krankenkasse. Das Interesse der vielen geladenen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie wurde vermißt, besonders aber das Interesse der Medizinischen Hochschule Hannover. Die
gegenwärtig in psychiatrischen Krankenhäusern und von niedergelassenen
Ärzten ausgeübten Formen der Therapie helfen schwer psychisch Kranken
zu überleben, viele von ihnen verbleiben aber in einem quälenden Zustand
der Hilfsbedürftigkeit und des Leidens an Nebenwirkungen von Psychopharmaka
und Neuroleptika. So sind heute viele junge psychisch Kranke schon zu
einem kläglichen Dasein in Pflegeheimen verurteilt, ohne Aussicht auf
Besserung. Neue Therapieverfahren werden möglich, wenn einzelne Menschen - Ärzte wie auch Patienten und Angehörige - Mut, Initiative und Offenheit aufbringen und sich nicht mit den herrschenden Lehrmeinungen und Methoden begnügen wollen: Der erste Referent, Dr. med. Klaus-Georg Wenzel aus Limburg, studierte nach seinem medizinischen Staatsexamen in Deutschland anschließend in den USA (Diplom 1974). Am Princeton Brain Bio Center (gemeinnützige psychiatrische Poliklinik mit angeschlossenem Forschungszentrum) in New Jersey lernte er die zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten der orthomolekularen Medizin bei psychischen Erkrankungen kennen. Nachdem er sich 1982 in Limburg als Neurologe niedergelassen hatte, überzeugte er durch seine Behandlungsergebnisse eine Reihe psychiatrischer Kollegen, die sich in der "Deutschen Gesellschaft für orthomolekulare Medizin in der Nervenheilkunde" mit Sitz in Berlin zusammenschlossen. Da wir in Hannover gegenwärtig nach unserer Kenntnis noch keine Fachleute für Nährstoffmedizin haben, waren wir sehr dankbar, daß auch Herr Hinrich Hörnlein-Rummel aus Oldenburg (niedergelassener Psychiater) und Dr. Tyczynski aus Holzminden (Psychiater, Psychoanalytiker, Biochemiker) bereit waren, über ihre Erfahrungen in Hannover zu berichten. Sie stehen mit Dr. Wenzel in bezug auf die orthomolekulare Diagnostik und die individuelle Zusammenstellung von Nährstoffen seit Jahren in engem Erfahrungsaustausch. In seinem Eröffnungsreferat charakterisierte Dr. Wenzel den Denkansatz der orthomolekularen Medizin, nannte die drei häufigsten Formen von Stoffwechselstörungen bei psychiatrischen Erkrankungen und beschrieb das Verfahren bei der Diagnose und Therapie. Zusammenfassung: Orthomolekulare Medizin will den Körper mit den "richtigen" Substanzen versorgen, die er für seine Lebensprozesse natürlicherweise benötigt. (Der Begriff wurde von dem Nobelpreisträger Prof. Linus Pauling geprägt). Tritt durch Fehlernährung, genetische Defekte oder Belastung mit Giftstoffen (Schwermetalle u.a.) ein Mangel an lebenswichtigen Substanzen (Vitamine / Mineralien / Spuren-elemente) auf, so entstehen gesundheitliche Störungen. Neben körperlichen Symptomen kann es, nach den in den USA erarbeiteten Erkenntnissen, auch zu schweren psychischen Erkrankungen kommen, die durch entsprechende individuell dosierte Gaben von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen geheilt werden können. Drei häufige Formen der Stoffwechselstörung bei psychischen Erkrankungen: 1.
Pyrrolurie: 30 - 40% der psychiatrischen Patienten haben Kryptopyrrol
Im Urin, was mit einer erhöhten Ausscheidung von Zink und Vitamin B6 verbunden
ist. Zugrunde liegt eine genetische Störung, die in mütterlicher Linie
vererbbar ist, deshalb oft auch bei anderen Familienmitgliedern unterschwellig
vorliegt. 2.
Histadelie: Etwa 20 % der Patienten haben zu viel Histamin im Blut,
verbunden mit wenig Kupfer im Haar/Serum; 3.
Histapenie: Etwa 50 % der Patienten leiden unter zu niedrigem Histaminspiegel.
Der Kupfergehalt in Haar und Blutserum ist erhöht. Weitere grundsätzliche Informationen ergaben sich durch Fragen der Zuhörer bei der Vorstellung der Patienten und in einem Gespräch, das mit Herrn Hörnlein-Rummel bereits am 29. 10. 98 in unserer Geschäftsstelle geführt wurde: Eine
orthomolekulare Therapie ist Teil einer vielseitigen psychiatrischen Behandlung,
die körperliche und seelische Probleme einbezieht und Hilfen zur Lebensbewältigung
vermittelt. Eingehende Anamnese-Gespräche und Laboruntersuchungen
(Blut/ Urin/ Haarmineralanalyse) gehen der orthomolekularen Diagnose voraus.
Die
Auswertung der Laborergebnisse geschieht in Zusammenarbeit mit Dr.
Wenzel. Danach werden die Nährstoffmedikamente individuell angefertigt.
Während der Einnahme der Medikamente werden regelmäßige Arztgespräche
verabredet (keine Fernbehandlung). Da die Kosten bisher noch nicht von den Krankenkassen getragen werden (Stand 1999), wird eine orthomolekulare Behandlung von den Psychiatern erst angeboten, wenn die üblichen therapeutischen Maßnahmen keine Besserung bringen. Bei
etwa 70 % der Patienten hilft die orthomolekulare Behandlung. Herr
Hörnlein-Rummel liest das u.a. an den Bitten der Patienten um eine weitere
Verordnung der - selbst bezahlten - Medikamente ab. Die theoretischen Darlegungen wurden für die Zuhörer lebendig, als vier Patienten und zwei Angehörige ihre Krankengeschichten schilderten. Viele der Zuhörer erkannten darin die Nöte in ihrer eigenen Familie wieder: Herr F., jetzt Mitte Vierzig, ging nach Abschluß seiner Universitätsstudien zur Bundesmarine, erkrankte seit 1984 immer wieder an "psychovegetativen Erschöpfungszuständen" mit Ängsten, Schlafstörungen, Gedankenjagen. Hinzu kamen Dauerdepressionen. Fünfmal verbrachte er deshalb jeweils 6 Wochen in der Psychiatrie. Da keine deutliche Besserung eintrat, wurde er vorzeitig pensioniert. 1991 kam er in orthomolekulare Behandlung. Eine Bleivergiftung und Pyrrolurie sowie hohe Kupferbelastung wurden mit orthomolekularen Medikamenten behandelt. Herr F. fühlt sich seit zwei Jahren wieder gesund und voll arbeitsfähig. Er lebt ohne Psychopharmaka. Voller Dankbarkeit spricht er über sein "neu geschenktes Leben". Das Ehepaar M. berichtete über die Psychose von Frau M.. Ihre Erkrankung entwickelte sich schleichend seit 1990. Aus einer "Powerfrau" wurde ein apathischer Mensch mit Wahnvorstellungen. Mehrere Psychiatrieaufenthalte erlebte sie als "Spießrutenlaufen` ohne deutliche Besserung. Ab 1997 begann sie bei Herrn Hörnlein-Rummel eine orthomolekulare Behandlung. Sie leidet unter einem Überschuß an Histamin im Blut, der lebenslang mit orthomolekularen Medikamenten ausgeglichen werden kann und muß. Froh und dankbar berichteten die Eheleute, daß sich nach 3 Monaten Behandlung ein Erfolg einzustellen begann: Frau M. gewann ihre Freude am Leben zunehmend zurück. Heute joggt sie regelmäßig und hat ihr Interesse an Kunst und Politik wiedergefunden. Frau K. erkrankte mit 26 Jahren: Sie entwickelte Wahnvorstellungen, hörte Stimmen, hatte Halluzinationen. Dabei fehlte ihr die Krankheitseinsicht. Ein Aufenthalt im Landeskrankenhaus in Hildesheim konnte ihr nicht entscheidend helfen: Sie fühlte sich antriebslos und stark depressiv. Das änderte sich erst durch eine zusätzliche orthomolekulare Behandlung bei Dr. Tyczynski. Sie fühlt sich heute seelisch und körperlich wieder normal. Das Neuroleptikum, das sie weiterhin in geringer Dosierung einnimmt, kann sie zusammen mit den orthomolekularen Medikamenten gut vertragen. Ihr Histaminüberschuß wird durch die Nährstoffe ausgeglichen. Herr Ü., geb. 1964, bekam 1984 nach abgeschlossener Ausbildung zum Optiker plötzlich Wahrnehmungsstörungen und starke Ängste. Seine berufliche Tätigkeit fiel ihm mit zunehmender Erkrankung immer schwerer. 1987 verlor er seinen Arbeitsplatz, eine Freundschaft zerbrach. Nach wiederholten Krankenhausaufenthalten mit Höchstdosierung verschiedener Neuroleptika wurde Herr Ü. als unheilbarer Psychosepatient zum Pflegefall erklärt. Herrn Ü.s Mutter schilderte ihre Verzweiflung: Sie wollte ihren neunundzwanzigjährigen Sohn nicht einem hoffnungslosen Schicksal ausliefern. Lebte er zu Hause, war das Familienleben durch die teilweise gewalttätigen psychotischen Reaktionen des Sohnes nahezu zerstört. Da hörte sie im Radio von der Nährstofftherapie und ging der Spur nach. Nach fünf Jahren schweren Leidens an der psychischen Erkrankung kam Herr Ü.'1989 zu Dr. Wenzel. Er diagnostizierte einen Histaminmangel und Pyrrolurie, außerdem eine Bleivergiftung durch jahrelanges Basteln mit Motoren. Unter orthomolekularer Zusatzbehandlung hat er sich relativ schnell und so vollständig erholt, daß er seit Jahren wieder mit vollem Einsatz und vollem Gehalt in seinem alten Beruf arbeitet. Glücklich über den Heilerfolg, erzählte Mutter Ü. drei Familien mit psychisch Kranken in ihrer Heimatstadt die Geschichte ihres Sohnes. Sie machten daraufhin ähnlich gute Erfahrungen mit der orthomolekularen Therapie. Eine Tochter, die jahrelang in scheuer Zurückgezogenheit nur noch in ihrem Zimmer gelebt habe, studiere jetzt erfolgreich im Ausland. Frau Ü. appellierte an die anwesenden Angehörigen, mit ihrem erkrankten Familienmitglied den Versuch einer Behandlung zu wagen. Die Berichte wurden von den Teilnehmern der Veranstaltung dankbar und mit lebhafter Anteilnahme aufgenommen. Die offene Gesprächsatmosphäre trug wesentlich dazu bei. Die Darstellungen der Referenten, ihrer Patienten und ihrer Angehörigen wirkten überzeugend. Ärzte, die sich für das Behandlungskonzept interessieren können sich an Herrn Hörnlein-Rummel wenden. Adressen: H.
Hörnlein-Rummel; Dr.
med. Klaus-Georg Wenzel, Dr.
Tyczynski, Weitere Ärzte mit orthomolekularem Therapieangebot: Frau Dr Wechtlar in Holle bei Hildesheim; Frau Dr. Rauch in Rinteln; Dr. Küter in Soltau. Literatur: Lothar
Burgerstein: Carl
C. Pfeiffer: Hans
Dietl, Joachim de Neuf |