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  Estes TTM-Bundestreffen der Selbsthilfegruppen

am 07.-09.01.2005
im Matthias-Claudius-Haus in Meschede
 
 
Bilderlink zum Matthias-Claudius-Haus

Hallo ihr Lieben!

Vor mir liegt ein Blatt Papier mit einer großen, lachenden, wärmenden Sonne. Jede der 14 Sonnenstrahlen steht für eine Selbsthilfegruppe. Sieben Sonnenstrahlen sind durch ein Herz mit der Sonne verbunden. Die anderen Strahlen sind von Tränen umgeben, sie drücken ihre Traurigkeit aus, und weinen um die Gruppen, die nicht dabei sein konnten. Dieses Bild habe ich zum Abschluß unseres 1. Bundestreffens für Tricho-Selbsthilfegruppen gemalt. Es wird mich stets daran erinnern, wie herzlich, wärmend, und lehrreich dieses Treffen für uns alle war.

Es kamen 11 Betroffene aus den Gruppen München, Stuttgart, Frankfurt, Dortmund, Münster, Berlin und Hamburg.

Am Freitag war erst mal kennenlernen angesagt. Und das hieß nicht nur, dass man die erschienen Teilnehmer kennenlernte, sondern auch die Selbsthilfegruppen mit ihren Besonderheiten und Problemen. Um die Gruppen wärend des Treffens immer bei uns haben zu können, schrieben wir die Merkmale, Teilnehmerzahl, Ansprechpartner, Treffpunkt, Zeit, Ort und die Besonderheiten auf Papierwolken und hängten sie im Gruppenraum auf. Samstag teilten wir uns in kleine Gruppen auf und arbeiten u.a. zu den Themen:

  • Struktur und Ablauf in SHG´s
  • Langzeitplanung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Mitgliederwerbung

Neben all den Informationen zum Thema Selbsthilfe, nahmen wir uns auch ausgiebig Zeit über unsere Erkrankung und unsere Therapieerfahrungen auszutauschen. Hier wurde wieder mal deutlich, wie unterschiedlich in Kliniken und bei den ambulanten Therapeuten mit Trich umgegangen wird. Sehr einig waren wir uns darüber, dass bei einer stationären Therapie noch gezielter auf die Besonderheiten von Trich eingegangen werden muß. Wir würden es auch sehr begrüßen, wenn in Zukunft Kliniken zwei oder noch mehr Trich- Patienten gleichzeitig aufgenommen würden, weil viele berichteten, daß sie sich doch recht alleine und unverstanden gefühlt hätten.

Das Seminarhaus in Meschede liegt mitten im Wald und ist u.a. mit einem gemütlichen Kaminraum ausgestattet, so dass wir abends nach getaner Arbeit noch lange beieinander saßen und erzählten und erzählten.... Einige von uns unternahmen eine Nachtwanderung im Wald oder fuhren spontan nach Meschede, um in einer Kneipe den Tag abzuschließen. Wir erlebten so, wie wichtig es ist, nicht nur mit einander zu arbeiten, sondern dass der Spaß nicht zu kurz kommen dürfe. Bevor wir uns verabschiedeten, haben wir schon einen Termin für das 2. Bundestreffen ausgesucht. Vom 24. bis 26. März 2006 werden wir uns hier in Meschede, im Matthias-Claudius - Haus wieder treffen. So eine gute Erfahrung muß unbedingt wiederholt werden, finden wir.

Allen, die an diesem Treffen teilgenommen haben, möchte ich auf diesem Wege grüßen und umarmen. Ich danke Euch für Eure Offenheit, das Vertrauen und die Wärme die ihr gezeigt habt.

Die Sonne wird mich an dieses Wochenende erinnern und einen Platz über meinem Schreibtisch bekommen. Ich wünsche mir, dass wir die Wärme und Erfahrungen an unsere Selbsthilfegruppen weitergeben können. Schon heute freue ich mich auf unser nächstes Treffen und hoffe, dass dann noch mehr Tricho-Selbsthilfegruppen daran teilnehmen werden.

Mit lieben Grüßen an Euch und Eure Selbsthilfegruppen,

Eure Antonia.


Hier stellen wir Euch nun unsere Arbeitsergebnisse vor.

Ganz herzlich möchte ich mich bei Angela von der SHG-Dortmund bedanken,
die es übernommen hatte, unsere Ergebnisse aufzuschreiben und zusammen zustellen:

Öffentlichkeitsarbeit

(erarbeitet von Astrid, Theda und Angela)

Möglichkeiten:

  • Internet - Links im Internet auf bestimmten Seiten (z. B. medizinische Seiten, insbesondere von Hautärzten/Friseuren) - Erstellung einer eigenen SHG-Homepage
  • Infomaterial - Flyer erstellen (nach dem Vorbild der Hamburger SHG) mit Grundinformationen. Auslegen in/bei: Krankenkassen/ Haus-, Kinder-, Haut-, Augen-, Frauenärzten/ Psychologen/ Psychiatrische- und Psychotherapeutischen Ambulanzen/ Optiker, Beratungsstellen, Bürgerämter, Bibliotheken...
  • Presse - Veröffentlichung der SHG-Termine im Veranstaltungskalender der Zeitungen - Zeitungsartikel (Kurzbeschreibung Krankheit, Arbeit der SHG) - Radio (lokale Sender) - eingeschränkt: Fernsehen
  • Wahrnehmung von Selbsthilfe- und Gesundheitstagen - Infostände
  • Kontaktaufnahme mit Krankenkassen, Gesundheitsämtern und anderen öffentlichen Stellen (KISS)

Langzeitplanung in der Selbsthilfegruppe
(erarbeitet von Janine, Marita, Schuki, Bettina)

Mit Hilfe einer Langzeitplanung können wir Themen, die uns in der Gruppe wichtig sind, kontinuierlich bearbeiten und durch gemeinsame Rückblicke Fortschritte sehen, die uns bestärken und ermutigen. Der Jahresbeginn bietet sich hervorragend für eine Gruppenlangzeitplanung an!!

Ablauf

  1. Wir sammeln gemeinsam mögliche Ziele
  2. Wir entscheiden, welches Ziel über einen längeren Zeitraum verfolgt werden soll
  3. Wir überlegen, wie der Weg zum Ziel in kleine Teilschritte zerlegt werden kann
  4. Wir besprechen in größeren Abständen (halbes + ganzes Jahr), inwiefern wir dem Ziel näher gekommen sind, wo es Schwierigkeiten gab, ob die festgelegten Ziele überhaupt noch stimmen.
  5. Wir belohnen uns, wenn wir (Teil-) Ziele erreicht haben!!! (z.B. gemeinsame Freizeitaktivität) und ermutigen uns, wenn wir nicht so recht vorangekommen sind. Wenn nötig, werden die Gruppenziele auch korrigiert.

Darüber hinaus kann auch jeder Gruppenteilnehmer für sich persönlich überlegen und entscheiden, was er im kommenden Jahr ganz konkret erreichen möchte. Und wie bei den Gruppenzielen können wir uns auch hier gegenseitig Unterstützung und Ermutigung geben und damit das Gemeinschaftsgefühl stärken!

Mögliche Ziele in der Gruppe

- Kontinuität durch zuverlässige Teilnehmer
- gerechte Aufgabenverteilung
- Balance zwischen "Arbeit" und "Spaß"
- Starkes Gruppengefühl
- Vertrauensvolle Atmosphäre
- Weiterentwicklung
- Kontakt zu anderen Gruppen
- ....

Mögliche persönliche Ziele, die Schwerpunkthema in den Gruppentreffen sein könnten:
- Trich akzeptieren
- Gelassener werden (weniger Perfektionismus)
- Bewusstsein/Wahrnehmung ändern/schärfen
- Stress abbauen (inneren Druck verringern)
- In Kontakt treten mit anderen (raus aus der Isolation)
- Ressourcen würdigen (was ist jetzt schon gut?)
- Entspannungsübungen lernen
- Phantasiereisen, Affirmationen
- Strategien entwickeln
- Mich selbst lieben lernen
- Stabilität
- Weiterentwicklung
- ....

Ablauf/Struktur
(erarbeitet von Antonia, Veronika, Nicole und Sybille)

Material:

  • Sanduhr
  • Gruppenordner
  • "Tippkasten"= Zettel mit Bewältigungsstrategien (z.B. Massagebälle, CD´s)
  • Kekse, Tee, Kerzen
  • Telefon-/Mailliste mit Interessen, Hobbys zur Förderung privater Kontakte
  • Tafel/Flipchart
  • Protokolle

Struktur:

a. Eingangsblitzlicht:
1. Runde: Negatives (heute/in letzter Zeit)
2. Runde: Positives (heute/in letzter Zeit)

b. Diskussion eines Themas (evtl. Zeitplanung)
-anschließend Themenfindung für das nächste Mal oder Übung
- z.B. Wunderfrage

c. Abschlussblitzlicht (1. Negativ, 2. Positiv)

d. "Gemütlicher Teil" (Kneipe o.ä.)

gute Mischung aus Arbeit und Spass

Gesunde Anteile fördern

  • Nachfragen bei Gruppenteilnehmern
  • Was habe ich heute "GUT" gemacht?
  • Wo liegen meine "STÄRKEN"?
  • Wo sehen andere meine Stärken?
  • Wie lebe ich meine Interessen aus?
  • Lernen, auf Menschen zuzugehen
  • Mit Enttäuschungen leben lernen, bzw. sie verarbeiten
  • Wie lerne ich mich selber zu mögen/lieben?
  • Eigene Schwächen akzeptieren
  • Gefühle wahrnehmen und benennen können

THERAPIEN: JA / NEIN

  • Wie hoch ist der Leidensdruck?
  • Informationen über Therapieformen
  • Informationen über Tricho erweitern
  • Was hat der Teilnehmer schon selbst versucht?
  • Behutsam aufklären
  • Berichte über eigene Therapieerfahrungen
  • Verhaltenstherapie!
  • Informiere Dich selbst
  • Das gegenseitige Vertrauen zwischen Dir und Therapeut ist wichtig
  • Wo finde ich einen Therapeuten => Infostelle, Homepage, Krankenkassen
  • Buchempfehlungen
  • Besuch der SHG
  • Angst vor der Kontaktaufnahme nehmen

Strategien gegen Trich

  • Gummiband am Handgelenk (wenn der Drang kommt, fest am Gummiband ziehen und den Schmerz spüren) oder sich selber kneifen
  • Igelbälle
  • Laut sprechen: "STOP HÖR AUF DAMIT"
  • Aus der Situation rausgehen, Handlung unterbrechen!
  • Plüschtiere
  • Aromaknete/Knete
  • Kritzeln beim Telefonieren
  • Versuchen die Anspannung auszuhalten, bis sie verschwindet
  • Sandsäckchen
  • Handschmeichler: Kastanien, Edelsteine
  • Handschuhe, Trainingskugel
  • Alle Sinne schärfen: Zitrone, Chili essen/ an Düften riechen
  • Ausgleich zwischen Aktivsein und Entspannung !!!

Soweit die von Angela geschriebenen Arbeitsblätter

Weiteres Arbeitsmaterial wie:

  • Leitfaden für Selbsthilfegruppen
  • Wie organisiere ich eine Infoveranstaltung

könnt ihr bei der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen
telefonisch anfordern unter: (0541) 357 44-33.

Hinweisen möchte ich euch noch auf die
Broschüre Fördern und Fordern vom "BKK Bundesverband"
.
Sie enthält wichtige Tipps wie und wo Selbsthilfegruppen Gelder für ihre Arbeit beantragen können.
Die Broschüre mit einer CD-Rom erhaltet ihr kostenlos bei:

BKK Bundesverband
Anna Kresula
Kronprinzenstraße 6
45128 Essen
Fax: 0201 - 179 -1014
Email: praevention@bkk-bv.de

Für alle weiteren Fragen zum Thema Selbsthilfe und Selbsthilfegruppe stehe ich Euch jederzeit gerne zur Seite.

Nun wünsche ich uns allen viel Erfolg, gutes Gelingen und viel Spaß in unseren Selbsthilfegruppen.

Eure Antonia Peters

 
 

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