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Infostand zur Trichotillomanie auf der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (dgkjp)
vom 16. bis 19. März 2005 in Heidelberg

 
 

Eigentlich hatte sich nur die Tourette-Gesellschaft Deutschland e.V. (TGD) mit einem Infostand angemeldet. Da mein Freund in der TGD als Kassenwart tätig ist, habe ich mich kurzfristig entschlossen, ihn nach Heidelberg zu begleiten. Mit im Gepäck hatte ich einen großen Stapel Basisbroschüren zu Zwangsstörungen, denen ich Information zur Trichotillomanie beigelegt hatte. Alle Informationen zu Tourette, Zwängen und Trichotillomanie fanden bei den Fachleuten reißenden Absatz. Das lag wohl daran, das wir als einzige Organisationen mit einem Infostand vertreten waren. In vielen Wartezimmern von Kinder- und Jugendmediziner wird man jetzt unsere Informationen vorfinden.

Entscheidend für die Arbeit zur Trichotillomanie waren für mich aber die Gespräche, die ich mit den Fachleuten führten konnte. So berichtete mir Dr. Rößner, von der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Göttingen, dass ihn vor kurzem eine junge "Tricho-Patientin" besucht habe, die seit ihrem Klinikaufenthalt in Göttingen nun seit 1 ½ Jahren symptomfrei sei. Da zeigt sich, je eher eine Therapie begonnen wird um so größer ist die Chance, Tricho in den Griff zu bekommen. Er will sie bitten, über ihre Erfahrungen einen Bericht zu schreiben, den wir dann veröffentlichen werden. Frau Goletz, Psychologin der Uniklinik Köln berichtete, dass sich auch bei ihr immer mehr Eltern von betroffenen Kindern melden und um Rat und Hilfe bitten. Wir waren uns einig, dass zukünftig noch mehr für Kinder mit Trichotillomanie getan werden müsse. Am Stand der dgkjp erkundigte ich mich, ob es in Deutschland ein Forschungsprojekt zu Trichotillomanie bei Kindern und Jugendlichen geben würde. Man verwies mich an den Ehrenpräsidenten der Gesellschaft, Herrn Professor Remschmidt von der Uni Marburg. Er meinte Trichotillomanie sei ein wichtiges und interessantes Thema, dass in Deutschland noch zu wenig beachtet würde. Man sollte versuchen, ein Netzwerk an verschiedenen Uni's aufzubauen und ein Forschungsprojekt inizieren. Das wichtigste Gespräch führte ich mit Frau Professor Herpertz-Dahlmann, Direktorin der Kinder und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Aachen und derzeitige Präsidentin der dgkjp. Frau Professor Herpertz-Dahlmann kannte ich bisher nur aus den Medien und darum war es mir besonders wichtig, sie persönlich kennenzulernen. Frau Professor berichtete, dass sie schon viele Kinder mit Trichotillomanie behandelt habe. Sie bestätigte auch, dass man mehr für diese Betroffenen tun müßte und könnte. Sie machte den Vorschlag, dass man am UK-Aachen und ggf. auch anderen Einrichtungen eine Sprechstunde für Eltern und Kinder einrichten könnte, aus der sich später ein Forschungsprojekt aufbauen ließe. Auf meine Frage, wie wir dieses Projekt unterstützen könnten meinte Sie, dass wir durch Spenden helfen könnten. Es wäre doch toll, wenn wir so ein Projekt mit anschieben könnten, oder? Es sollte doch in unser aller Interesse sein, dass ein Mensch nicht erst 30 Jahre alt werden muss, bis er die richtige Therapie bekommt. Natürlich muß ich jetzt erst noch weitere Gespräche mit den Professoren Döpfner (Köln), Herpertz-Dahlmann (Aachen) und Rothenberger (Göttingen) führen, um zu erkunden, wie eine solche Sprechstunde organsiert werden kann und welcher Betrag aufgebracht werden müsste. Es wird also noch etwas dauern, ich bleibe da am Ball und wenn die Sache konkret wird, werde ich Euch zu Spenden aufrufen. Es wäre doch gelacht, wenn wir diese Sprechstunde nicht zu Stande bringen würden. Die spontane Reise nach Heidelberg hat sich für unsere Sache sehr gelohnt. Als ich am Samstag die Heimreise antrat, war ich wirklich erleichtert. Von der schweren Kiste an Infomaterial verlieben mir zum Schluß nur zwei Visitenkarten.

Silvia, Michaela, Wolf (Vorstand der Tourette-Gesellschaft) und ich sind uns einig, dass wir auf der nächsten Tagung der "dgkjp" in zwei Jahren wieder dabei sein werden.

Eure Antonia.

 
Silvia, Michaela, Wolf (Vorstand der Tourette-Gesellschaft, oben li. vom Bild) und Antonia (Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankung e.V., unten mitte)
 
 

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