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Trichotillomanie-Tagung 2003

 
 
Zweite TTM-Tagung
in Hamburg

Am Freitag d. 26
. und
Samstag d. 27. September 2003

Von Svenja Niescken

Die Besucher des Universi-tätskrankenhauses Hamburg-Eppen-dorf (UKE) werden sich an diesem Wochenende im September sicherlich gewundert haben: An vielen markanten Stellen der Zufahrtswege prangte ein Schildchen mit einem kartoffelähnlichen Comicmännchen, das sich die Haare rauft. Ganz Neugierige fragten schließlich an der Pforte nach und erhielten dienstbeflissen Antwort:
Bei dem haareraufenden Männchen handelt es sich um den Wegweiser für die zweite Trichotillomanietagung. "Tricho... was?" -werden sich daraufhin bestimmt einige gewundert haben. Dass inzwischen aber eine ganze Reihe Betroffener, Angehöriger und Experten wissen, dass sich hinter diesem Begriff das "zwanghafte Haareausreissen" ("tricho tillo manie") verbirgt, ist ohne Frage der engagierten Arbeit von Antonia Peters, Leiterin der Infostelle Trichotillomanie in Hamburg, zu verdanken. Seit 1989, als ihre Vorgängerin Ann Tomica die Infostelle gründete und mit der Aufklärungsarbeit in Deutschland begann, hat sich viel bewegt. Zum Beispiel, dass die Trichotillomanie heute längst nicht mehr als schlech-te Angewohnheit gilt, sondern als ernste psychische Erkrankung wissenschaftlich anerkannt ist.


Dass Antonia Peters sich für das UKE als Austragungsort der Tagung entschieden hat, ist kein Zufall: Im Anschluss an die erste Trichotillomanie-Tagung 1997 wurde hier unter der fachmännischen Leitung von Professor Iver Hand erstmals die Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten eingehend untersucht. Insofern war es naheliegend, dass das UKE gerne und kostenlos Räume sowie eine Hilfskraft für die Technik zur Verfügung stellte.

Obwohl die Organisatorin auf eine gute Rückmeldung gehofft hatte, war sie von der Resonanz dann doch überwältigt: 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren ihrer Einladung am Freitagnachmit-tag gefolgt, 120 kamen am Samstag ins UKE. Neben zahlreichen Betroffenen, Angehörigen und Interessierten, nutzten auch rund 40 Therapeuten die Tagung, um sich umfassend über Trichotillomanie zu informieren:

"Für mich war es sehr wichtig, über individuelle Erfahrungen sowohl von Betroffenen als auch von Therapeuten zu hören, denn die wissenschaftliche Datenlage ist leider doch noch sehr dürftig für ein allgemein zu empfehlendes Therapiekonzept. Ich denke, dass Erfahrung im Moment noch am ehesten die Richtung weisen kann, weshalb meiner Ansicht nach solche Tagungen äußerst wertvoll sind." (Rainer Hoffmann, Alexanier Krankenhaus, Münster)

Und auch die Betroffenen und Angehörigen sparten nicht mit Lob für "ihre" Antonia. Auf die Frage, wann denn die nächste Tagung stattfinden werde, winkte die Hamburgerin jedoch erst einmal ab. Sichtlich erleichtert, dass alles so gut und reibungslos gelaufen war, kündigte sie erst einmal eine wohlverdiente schöpferische Pause an. Wir sind sehr gespannt, wie lange diese wohl dauern wird...
" Vielen Dank für diese tolle Veranstaltung, die tollen und sehr informativen Vorträge, die persönlichen Erfahrungsberichte. Ich bin sehr erleichtert, dass es einen Namen für das "Zupfen" gibt und dass man mit dieser Krankheit nicht alleine dasteht!,, (K.L. Betroffene)

Von Svenja Niescken

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Z-Aktuell
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