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TTM bei Kindern Stoffwechselbedingt TTM in den Medien
 
 

 

Zur Serotoninproblematik bei Trichotillomanie.
Einleitung und Übersetztung aus dem amerikanischen von Martin Grund (Betroffener).

 
 


Zur Serotonin-Problematik bei Trichotillomanie
Auszüge aus wissenschaftlichen Texten:
   Mütterliche Fürsorge: Medizin fürs Leben
   Interview mit Dr. Stephen Suomi
   Interview mit Dr. Charles Nelson
   Die Geschichte der Rumänischen Waisenkinder
   Studien mit Ratten und deren Erziehung
Gesunde Kindeserziehung, Amerika (HCCA)
Die Ursprünge menschlicher Liebe und Gewalt
Ein Artikel in der USA Today Nov.98

 

 

 

 

 

 

 

Zur Serotonin-Problematik bei Trichotillomanie
Einleitung und Übersetzungen von Martin Grund, Betroffener

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Trichotillomanen nicht nur generell einen niedrigen Serotonin-Spiegel haben, sondern in Ihrem Gehirn die Fähigkeit fehlt, Serotonin länger anzulagern. Falls es durch äußere Umstände also doch einmal erhöht wurde, wird es im Gehirn relativ schnell wieder abgebaut.

Im Gegensatz hierzu haben Depressive, solange sie unter Depression leiden, zwar geringe Serotonin-Spiegel. Er steigt aber wieder an, sobald die Depression abgeklungen ist.

Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff, sowohl wenn es darum geht, aggressive (auch auto-aggressive), spontane Impulse zu beherrschen, als auch, wenn es darum geht "das Gefühl von Glück zu erleben".

Nach dem lesen der Texte können wohl viele von uns leichter über ihre manchmal vorkommende Unbeherrschtheit hinwegsehen oder sich auch ihren aufbrausenden Charakter und die starke Emotionalität erklären.

Serotonin wird vermehrt ausgeschüttet bei Aktivitäten, die sich gut "anfühlen" oder als "das fühlt sich jetzt gut an!" in früher Kindheit programmiert wurden.

Ein "gutes Gefühl" kann durch so manches hervorgerufen werden : Dies kann Lachen sein, Liebe, gutes Essen ("Liebe" durch den Magen ), allgemein Freude. Es lösen aber auch manche Substanzen vermehrt die Produktion von Serotonin aus: Süßigkeiten, Alkohol, Süßigkeiten in Verbindung mit Alkohol, allgemein Kohlenhydrate, die sich ganz stark auch in Nudelgerichten finden. ( Interessanterweise gibt es Untersuchungen, dass Eltern, die Ihren Kindern aus welchen Gründen auch immer, nicht genug Liebe geben können oder wollen, ihnen Süßigkeiten zu essen geben. )

Jedenfalls mag uns das Allen erklären, warum wir mehr von diesen Serotonin-Auslösern "brauchen" als Nicht-Tricher und auch mehr davon verdrücken um die gleichen, sprich gleich lang andauernden Effekte zu erzielen wie Nicht-Tricher, weil ja nach dem Konsumieren einer Tafel Schokolade unser Serotoninspiegel bald wieder abnimmt, und damit "das gute Gefühl" auch bald wieder verschwunden ist. (Unter diesem Aspekt ist die John-Kender-Diät sehr interessant, die gerade Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee etc. "untersagt".)

Natürlich ist es besser für uns, unser "Glück" durch gute, richtige Beziehungen, viel Lachen und Freude in unser Leben zu holen, anstatt per Süßigkeiten. Man hat auch herausgefunden, dass bestimmte Sportarten, insbesondere sehr bewegungsintensive und aufregende ( z.B. Jogging, Bungeespringen ), einen höheren Serotoninspiegel bewirken, und auch eine gute Therapieform darstellen.

Die folgenden Artikel sind zum Teil wissenschaftliche Abhandlungen über Forschungsergebnisse zu Serotonin-Mangelerkrankungen und ihren Ursachen.

Die Grundlagen hierzu wurden durch Tierexperimente erlangt. Speziell die Erkenntnisse im Bereich der "frühen Programmierung" und der daraus resultierenden Hormon-Fehlsteuerung konnten jedoch durch die Fälle der rumänischen Waisenkinder auch auf Menschen übertragen werden.

Es kristallisiert sich dabei heraus, dass es für Serotonin-Mangelerkrankungen zwar verschiedene Veranlagungen geben kann ( siehe auch: Gen 5-HTT , zu hohe Kortisol-Spiegel ), diese aber durch den liebevollen, mütterlichen ( s. a. Muttermilch ) Umgang mit dem Kind, v.a. innerhalb der ersten paar Lebensjahre, praktisch völlig kompensiert werden können. In dieser Zeit werden nämlich wichtigste Nervenverbindungen im Gehirn erstellt, die unseren Körper aufgrund der aktuellen Erfahrungen für das Leben einrichten. Das sogenannte "limbische System" wird programmiert. Auf der anderen Seite können aber spätere Traumata, trotz idealer Kindheit, dieses installierte Programm jederzeit nachhaltig durcheinander bringen, mit all seinen vegetativen und hormonellen Konsequenzen.

Dies ist für Alle eine große Hoffnung und auch Erleichterung, die sich schlimme Sorgen machen, ob sie Trich unmittelbar an ihre Kinder weitergeben werden. Denn wenn es letztlich äußere Umstände waren, die zu dem Effekt und damit wohl auch Trich geführt haben, so brauchen wir nur die äußeren Umstände zu verändern und Trich hat bei unseren Kindern keine Chance mehr. Genauso können wir aber durch Arbeit an uns selbst die eigene Krankheit ( also das Programm ) wieder in den Griff bekommen. Das Haarereißen ist ja nur das sichtbare Symptom, die Ursache liegt aber mit ziemlicher Sicherheit im gestörten Serotonin-Stoffwechsel unseres Gehirns, und der daraus resultierenden Unfähigkeit, seine Impulse zu kontrollieren.

Mehr dazu in den Texten.

Die Original-Texte sind in Englisch. Ich habe sie teilweise über Amanda's Homepage ( siehe auch Eva's Link-Seite ) gefunden. Ihr könnt noch mehr Informationen über Serotonin im Internet finden wenn Ihr z.B. "serotonin +monkeys" in die Suchmaschinen eingebt.

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Auszüge aus wissenschaftlichen Texten:

Mütterliche Fürsorge: Medizin fürs Leben

Aus: Facts of Life:
Issue Briefings for Health
Reporters Vol. 4, No. 4 ------------------------------------ Mai 1999

Das Thema

Beziehungen in der frühen Kindheit spielen eine riesige Rolle in der späteren Entwicklung und Gesundheit.Das Fehlen der mütterlichen Fürsorge während der Kindheit bedeutet für den Erwachsenen ein Risiko für Stress-bezogene Krankheiten wie Depression, Drogenmissbrauch, Demenz, oder sogar Selbstmord. Auf der anderen Seite scheint es, dass intensive frühe Fürsorge einen Puffer gegen diese Bedingungen darstellt.Hauptsächlich auf Tier-Untersuchungen aufbauend, da vergleichbare Experimente mit Kleinkindern und Kindern undenkbar wären, lösen Wissenschaftler das Mysterium wie die Verbindung zwischen liebevoller Fürsorge und Gehirnentwicklung zusammenhängt. Ihre Ergebnisse werfen wichtige Fragen auf über die Gesundheitsvorsorge der Gesellschaft, Beschäftigungs- und Familienpolitik.

Die Fakten

  • Kleinkinder, die wenigstens 8 Monate inmitten der emotionalen Vorenthaltungen und Missbräuche Rumänischer Waisenheime lebten, besitzen signifikant höhere Stress-Hormon-Spiegel ( Kortisol ), selbst nachdem sie für 6 oder mehr Jahre bei Kanadischen Familien lebten, als vergleichbare, in Kanada geborene Referenz-Kinder.

  • Ratten-Junge, 28-32 Tage alt, wurden in Käfige gesperrt, zu einem Teil ganz alleine, zum anderen in einer Gruppe in eine mit Spielzeug angefüllte, "komplexe" Umgebung. Nach 30 Tagen hatten die Ratten, die in der Gruppe und mit Spielzeug aufgezogen worden waren, 30 Prozent mehr Nerven-Zell-Verbindungen in Ihren Gehirnen , dies wird mit der erhöhten Leistungsanforderung bei schwierigen Lern- und Problem-Lösungsaufgaben in Verbindung gebracht.

  • Als Forscher zwei erwachsene Laborratten von jedem der neun Würfe herausnahmen und ihre Körperliche (physiologische) Reaktion auf den Stess der Internierung aufzeichneten, fanden sie einen eindrucksvollen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit, wie oft sie als Junge geleckt und gepflegt worden waren, und verminderter Reaktion auf Stress.

  • ... Affen Jungen, die von Gleichaltrigen anstatt ihrer Mütter aufgezogen werden, wachsen mit verminderter Serotonin-Funktion des Zentral-Nerven-Systems auf. Ein Zustand, der nach Ansicht der Wissenschaftler zu Gewalt, Sozialer Isolation und Entfremdung, sowohl unter Menschen, als auch Affen führen kann, bei Menschen sogar zu Selbstmord

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Interview mit Dr. Stephen Suomi
Chef des Labors für vergleichende Verhaltensforschung am Institzt für Kindergesundheit und menschliche Entwicklung in Bethesda, Maryland. Er widmete einen Großteil seiner Karriere der Fortführung der weltberühmten Arbeit des wissenschaftlichen Pioniers Dr. Harry Harlow: Die Erforschung der Auswirkung früher familiärer Bindung bei Rhesus Affen.

Frage: Was ist so wichtig an der frühen Anbindung von Kleinkindern an ihre Mütter ?

Antwort : Die Anbindung spiegelt Millionen Jahre der Evolutionsgeschichte wieder. Die Mutter schützt das Kind vor der großen, angsteinflössenden Welt. Die Art und Weise, wie sie das tut, kann einen profunden Einfluss sowohl auf das Sozialverhalten ihres Jüngsten haben, als auch auf dessen grundsätzliche Biologie.

F: Warum studieren sie Rhesus Affen ?

A: Sie sind wahrscheinlich die zweit-erfolgreichste Primaten-Spezies der Welt, nach uns. Sie gedeihen in einer Vielzahl von Klimata und Terrains. Außerdem haben sie 94 Prozent unserer Gene und werden mit denselben Grund-Emotionen geboren, die auch menschliche Kleinkinder haben. Eine Generation wird bereits nach 3 oder 4 Jahren erwachsen. Während der Lebenszeit eines Wissenschaftlers, ist es möglich zu beobachten, wie Ereignisse in der Kindheit die Jugend, den Erwachsenen und sogar nachfolgende Generationen beeinflussen.

F: Was bekommt der typische Jung-Affe von seiner Mutter ?

A: Genauso sehr wie auch Menschen benötigen Rhesus Äffchen Nahrung und Wärme von Außen. Sie verbringen praktisch ihre ganzen ersten Lebenswochen in physischem Kontakt mit Ihrer Mutter. Sie entwickeln eine starke Verbindung mit ihr und richten ihre Schlafzyklen auf die ihrer Mutter aus. Allmählich beginnen sie mehr Zeit abseits ihrer Mutter zu verbringen, wandern etwas weiter und bleiben länger weg. Während der ganzen Kindheit kehren sie immer wieder zu ihr zurück, oder schauen zumindest zur eigenen Beruhigung kurz vorbei. Sie dient praktisch als ihr sicherer Hafen. ...

F: Werden alle Äffchen gleich geboren ?

A: Nein. Genau wie Menschenbabys ihr individuelles Temperament haben, ist es auch bei kleinen Äffchen. Die, die ungewöhnlich schüchtern und ängstlich erscheinen, besitzen über-reaktive Hypothalamus-Schleim Adrenal (HPA) Abbauer (abbauende Substanzen). Dieses Physiologische System produziert das Stresshormon Kortisol. Wenn sie milden Streßfaktoren ausgesetzt werden, dann steigen ihre Kortisol-Werte höher und länger an, als in weniger reaktiven Jungen. Ihre Herzen pumpen schneller und länger unter Stress, und ihr Immunsystem scheint anfälliger zu sein. Im Gegensatz hierzu, haben impulsive, aggressive Junge Probleme mit dem Serotonin-Stoffwechsel. Serotonin ist der Neurotransmitter, der gewisse Nervenübertragungen verlangsamt oder stoppt. Wenn man nicht über genügend Serotonin verfügt, dann ist man weniger dazu fähig, sein Verhalten zu kontrollieren. Dies zeigt sich bei jungen Äffchen deren spielerische Art zu toben in echte Kämpfe ausartet. Auch ignorieren sie soziale Hierarchien, und provozieren ältere, dominante Tiere, die sie dafür verprügeln.

F: Wenn Unterschiede schon bei der Geburt vorhanden sind, welche Rolle spielt dann der Mutter-Affe ?

A: Eine Sehr große. Wenn es da eine Sache gibt, die ich unterstreichen will, dann die, dass genetische Eigenschaften durch Erfahrung verändert werden können. Wir haben Jung-Affen von ihren Müttern getrennt und sie praktisch ausschließlich zusammen mit anderen Äffchen in ihrem Alter großgezogen. Sie gingen sehr starke Bindungen zueinander ein, zeigten normales Wachstum und entwickelten relativ normale Verhaltensweisen. Oberflächlich betrachtet scheinen sie ganz normal zu sein. Aber in neuen, fremden Situationen, sind diese "gleichaltrig" großgezogenen Äffchen psychisch und physisch viel leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie gleichen den von der Mutter aufgezogenen Geschwistern, die schüchtern und leicht zu verunsichern geborenen wurden. Im Laufe ihres Aufwachsens beginnen diese, ausschließlich von Gleichaltrigen erzogenen Individuen, Probleme mit ihrem Serotonin-Stoffwechsel zu zeigen - besonders in Bezug auf Aggression. Dies ist besonders offensichtlich bei Männchen. Wir ordnen viele ihrer Charakteristiken der Tatsache zu, dass Gleichaltrige sich nicht so sehr gegenseitig behüten können, wie das Mütter tun. In neuen Situationen bekommen sie dann die gleichen Ängste wie ihre Altersgenossen.

F: Welche anderen Unterschiede haben sie noch bei "gleichaltrig"-erzogenen Äffchen festgestellt?

A: Sie sind ziemliche Schluckspechte, zumindest wenn man sie mit den von der Mutter aufgezogenen Äffchen vergleicht. Für eine Stunde pro Tag boten meine Kollegen im Alkohol-Institut beiden Sorten Affen sowohl Zugang zu einer Alkohol-versetzten Flüssigkeit als auch zu einer Nicht-alkoholischen. "Gleichaltrig"erzogenene Äffchen konsumieren mehr Alkohol und entwickeln eine grössere Toleranz gegenüber Alkohol. Das bedeutet, es braucht mehr Alkohol um Ihren Blutspiegel (an Alkohol) anzuheben und die gleichen Effekte zu haben. Das scheint mit der Serotonin-Umsetzung zu tun zu haben, und das trifft auch auf Menschen zu . Wer einen verminderten Serotonin-Stoffwechsel aufweist, läuft Gefahr, ein Säufer zu werden. Bei unseren Affen könnten die Serotonin- Defizite von ihrem genetischen Hintergrund, von ihren frühen Erfahrungen oder von beidem herstammen.

F: Eine fürsorgliche Mutter kann also die genetische Erbschaft ihres Kindes kompensieren ?

A : Exakt ! Eine der neuesten und aufregendsten Entdeckungen hat mit einem bestimmten Gen zu tun, dem "5-HTT", das den Serotonin-Umsatz regelt. Es gibt unterschiedliche Formen dieses Gens, genau so, wie es unterschiedliche Formen von Genen gibt, die uns blaue statt braune Augen geben. Um es kurz zu machen, dieses Serotonin-Transport-Gen gibt es in einer kurzen und einer langen Form. Wir konnten bei den meisten unserer Affen in der Kolonie feststellen, ob sie den langen oder den kurzen 5-HTT haben. Wir haben eine Wechselwirkung festgestellt zwischen der Form des Gens und der Erfahrung, die das Affenbaby gemacht hatte. Affen, die von guten Müttern aufgezogen wurden, zeigten einen praktisch normalen Serotonin-Stoffwechsel, egal welche Form des Gens sie hatten. Der unterschiedliche Gen- Typ wirkte sich bei "gleichaltrig" aufgezogenen Affen allerdings sehr stark aus. Die mit der langen Version machten eine ganz gute Figur. Diejenigen mit der kurzen Form hatten Probleme mit Agressionen. Das ist einer der ersten Beweise einer tatsächlichen Wechselwirkung zwischen einem bestimmten Gen und der Mutter - Kind Beziehung. Ich bin der festen Überzeugung, dass das nur der Anfang unserer Entdeckungen ist.

F: Gibt es Dinge die wir tun können, um das Ergebnis zu verändern ?

A: Manche Affenmütter sind von Natur aus fürsorglicher als andere. Wir haben sehr reaktive Jung-Äffchen, die am wahrscheinlichsten "angstbesetzt" aufgewachsen wären, zu Pflegemüttern gegeben, die extrem fürsorglich waren. Diese Kleinen wuchsen auf und erzielten optimale Ergebnisse. Die meisten schwangen sich zu führenden Positionen innerhalb ihrer Gruppe auf. Die Weibchen unter ihnen wurden später ihrerseits fürsorgliche Mütter. Sie beruhigten sich schneller als andere, hoch reaktive Artgenossen. Sie bringen ihren Herzschlag schneller nach unten, verringern ihren Kortisolspiegel schneller etc.. Es scheint, dass ihre Erfahrungen mit diesen fürsorglichen Müttern nicht nur ihre ererbte Neigung im Verhalten veränderten, sondern auch ihre Körperfunktionen. ( Anmerkung: Programmierung!! )

F: Wie lassen sich ihre Erkenntnisse auf Menschen anwenden ?

A: Eine gute Frage ! Alles in Allem sind diese Äffchen nicht einfach pelzige kleine Menschen mit Schweifen. All diese Langzeiteffekte sind im Grunde biologischer Natur. Menschen durchleben anzunehmenderweise die gleichen physiologischen Erfahrungen und machen die gleichen emotionalen Erfahrungen mit dem zusätzlichen Einfluss der kognitiven Fähigkeit. (Fähigkeit zu Erkennen..). Das bedeutet also, dass die grundlegenden Bestandteile wie bei Menschen auch vorhanden sind. Wir wissen das, weil wir es an den Äffchen sehen können. Wir erwarten nicht, dass sich alles direkt übertragen lässt. Dennoch ist es schwer zu glauben, dass diese Äffchen, ohne Sprache und mündliche Überlieferungen, so sensibel auf frühe Erfahrungen sein können und dabei empfänglich für Lebenslange Konsequenzen, Menschen aber nicht.

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Interview mit Dr. Charles Nelson
Professor am Institut für Kindesentwicklung im Ressort Kinderheilkunde der Universität von Minnesota, Minneapolis. Er konzentriert seine Forschung auf die frühe Hirnentwicklung und deren bleibender Effekt auf Gesundheit und Verhalten. Er ist Vorsitzender des Forschungs- Netzwerkes für frühe Erfahrungen und Gehirnentwicklung der John D. und Catherine T. MacArthur- Stiftung.

... Kinder, die emotional unterversorgt waren, aufgrund welcher unglücklicher Umstände auch immer, werden wahrscheinlich eher veränderte Verhaltensweisen zeigen....

F: Können sie ein Beispiel nennen ?

A: ... Nehmen sie zum Beispiel die Kinder, die in Rumänischen Waisenhäusern oder in anderen aufwuchsen. Sie neigen dazu, ungewöhnlich anfällig gegenüber Stress zu sein....

F : Welche Chance hat ein Kind das in eine unvorteilhafte Umgebung geboren wird ?

A: Die Tatsache, dass unterschiedliche Teile des Gehirns sich zu unterschiedlichen Zeiten entwickeln, bedeutet, dass wir Perioden guter Gelegenheit aber auch Perioden von Verletzlichkeit durchleben. Man hört Leute über die Wichtigkeit sprechen, Kinder schon früh den richtigen Erfahrungen auszusetzen, so als ob das, was später passiert, nicht wichtig wäre. Sprache und visuelle Erfahrungen müssen früh stattfinden, aber andere Bereiche des Gehirns - die Frontallappen zum Beispiel, die in Denkprozesse höherer Ordnung eingebunden sind - wachsen nicht aus bis zur Adoleszenz (ca. 18-21 Jahre Alter). Es liegt an uns als Gesellschaft sich nicht nur während der Kleinkindzeit um unsere Kinder zu kümmern, sondern noch lange danach.

F: Heißt das, dass man "schlechte" Mütter verantwortlich machen muß, oder sind noch andere Faktoren beteiligt ?

A: Gute wie schlechte Ergebnisse sind facettenreich, wobei weder eine einzelne Person, noch ein einzelnes Ereignis die volle Verantwortung trägt. Es ist viel mehr eine ganze Menge jeweils typischer Faktoren, die zum zukünftigen Erfolg oder Mißerfolg im Leben eines Kindes beitragen. Deshalb müssen wir auch vorsichtig sein, anhand der ersten wenigen Lebensjahre schon vorhersagen zu wollen, was später noch passieren wird. Frühe emotionale Erfahrungen haben die Macht, uns für den Rest unseres Lebens zu beeinflussen. Sie können uns darin beeinflussen, wie wir andere, frühere Erlebnisse deuten und wie wir die Welt sehen. Wahrscheinlich haben z.B. viele der Menschen, die im Kosovo oder anderswo auf der Welt fürchterliche Greueltaten vollbracht haben, eigentlich liebevolle Mütter gehabt. Auch wenn die ersten wenigen Jahre wundervoll waren bieten sie hauptsächlich ein Fundament, nicht aber eine Garantie für lebenslängliche Gesundheit und Fröhlichkeit. Ereignisse an jedem Punkt des Lebens können uns beeinflussen, sowohl gut als auch schlecht.

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Die Geschichte der Rumänischen Waisenkinder

Je länger diese Kleinkinder in Rumänischen Einrichtungen für ausgesetzte oder verwaiste Babys gelebt hatten, wo sie wenig Fürsorge und geringe Stimulation erlebt hatten und unterernährt wurden, desto höher war der Spiegel ihres Stresshormons Kortisol, sogar nachdem sie 6 Jahre oder länger von Pflegefamilien der Mittel- bis Oberklasse adoptiert worden waren.

Noch alarmierender war es, dass die erhöhten Stresshormon- Spiegel von denjenigen Kindern, die am längsten in diesen Institutionen gelebt hatten, am Abend besonders auffällig waren, wo er normalerweise den tiefsten Wert des Tages erreicht.

Die Unfähigkeit Kortisol am Tagesende bis auf den Nullpunkt zu reduzieren spricht für eine Fehlregulation dieses Hormonsystems. (Kortisoldrüse= Hypothalamus)

... Wissenschaftler beobachten die rumänischen Kinder jetzt genau, unter anderem 37 davon, die von kanadischen Familien adoptiert wurden. Von dieser Gruppe waren 21 Kinder 8 Monate oder länger in den Heimen, 16 von ihnen wurden bereits innerhalb ihrer ersten 4 Lebensmonate adoptiert. Diese rumänischen Kinder werden mit einer Gruppe von 29 "normalen" kanadischen Kindern verglichen.

Selbst nachdem sie 6 - 7 ½ Jahre bei kanadischen Familien gelebt hatten, hatten die Rumänen, die 8 Monate oder länger in den Waisenhäusern waren, noch höhere Kortisol-Werte als sowohl kanadische Kinder oder die Kinder, die innerhalb von vier Monaten adoptiert worden waren..... ...

Der Unterschied liegt also in der Behandlung, die die Kleinkinder nach der Geburt erfahren haben, denn diejenigen, die das Glück hatten recht früh adoptiert worden zu sein, hatten die selben Kortisol- Werte wie die kanadischen Kinder, die seit der Geburt in ihrer Familie aufgezogen wurden, trotz der mutmaßlichen Unterschiede in den Bedingungen vor und direkt nach der Geburt.

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Studien mit Ratten und deren Erziehung

Ratten können uns eine Menge lehren über Auswirkungen von Mutter - Kind - Beziehungen auf die Gesundheit und wie sie von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Je öfters eine Rattenmutter ihr kleines leckt und pflegt, desto geringer wird die Hypothalamus-Schleim-Sekretionsreaktion (HPA) gegenüber Stress sein ( Kortisol-Anstieg ). Das bedeutet, den hohen Stresshormon-Werten über lange Zeitperioden weniger ausgesetzt zu sein, die zu Herzkrankheiten, Diabetes, Angstsyndromen, Depression, Demenz und anderen Krankheiten führen können. Überreaktive Tiere und Menschen sind demnach für diese Krankheiten anfällig.

....Als Erwachsene zeigen die Abkömmlinge von fürsorglichen Müttern deutlich weniger Ängstlichkeit als solche von nicht-fürsorglichen Müttern. Die Untersuchung ihrer Gehirne deckt Unterschiede in den neuralen Systemen auf, die Ängstlichkeit regeln. Und wieder bedeutet das: geringere Spiegel an Stresshormonen und gesünderes Leben. ...

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Gesunde Kindeserziehung, Amerika (HCCA)

Frühe Gehirnentwicklung und Kindeserziehung

Entdeckungen über das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns des jungen Kindes haben wichtige Folgen für die Kindeserziehung

Frühe Gehirnentwicklung - was wir im Moment wissen

Bei der Geburt wiegt das Gehirn eines Kindes etwa 25% von dem eines im Erwachsenen. Mit 3 Jahren hat das Gehirn eines Kindes ca. 90% seines vollen Potentials erreicht. Mit anderen Worten, das Gehirn von Kleinkindern und Kindern ist weit komplexer und aktiver als vorher angenommen.

"Bei der Geburt ist das menschliche Gehirn relativ unterentwickelt, und sein Potential wartet darauf, sich zu entfalten während seine Struktur Form annimmt. Dabei ist es auf individuelle Erfahrung angewiesen, um sein Wachstum zu steuern..." schreibt Edward L.Schor, Doktor der Medizin, FAAP, in seinem Buch "Frühe Gehirnentwicklung und Kindeserziehung ". "Erfahrungen, Sinneseindrücke (sehen, hören, tasten, riechen und schmecken) organisieren Muster der Kommunikation zwischen Neuronen. ( Anmerkung: das limbische System wird eingerichtet ).

Diese neuronalen Muster bestimmen in Zukunft, wie wir denken, fühlen und uns verhalten.

Neuere Gehirnforschungsergebnisse haben gezeigt, dass nach dem 3. Lebensjahr die Produktion von neuronalen Verbindungen bis zum 10. Lebensjahr mit verminderter Rate weiterläuft. Während der ersten 10 Jahre des Lebens ist das Gehirn eines Kindes mehr als doppelt so aktiv wie das Gehirn eines Erwachsenen. Nach dem 10.Lebensjahr bleiben viele der Synapsen, die aktiviert und benutzt wurden (Stimulation!) bestehen, während die, die nicht gebraucht wurden dazu tendieren zu verschwinden.
Das wichtigste Ergebnis dieser Information besteht in der Erkenntnis des Ausmaßes, in wie weit die Qualität früher Erfahrungen die Gehirnstruktur und die Kindesentwicklung beeinflußt.
Da die meisten der Synapsen während der ersten 3 Lebensjahre gebildet werden und nach dem 10 Lebensjahr nur noch vermindert, sind die ersten 3 Lebensjahre sehr kritisch.

Die Tatsache, dass das menschliche Gehirn zum Zeitpunkt der Geburt nicht vollständig entwickelt ist und über eine erstaunliche Flexibilität verfügt, scheint Teil des Menschseins zu sein, sagt Ron Lally, EdD, Direktor des Zentrums für Kinder- und Familienstudien an der Pädagogischen Hochschule WestEd, einem Erziehungswissenschaftlichen und Entwicklungsforschenden Institut in San Francisco.

"Im Gegensatz zum Tier, das sich gemäß seines Instinkts verhält, wird das menschliche Gehirn geformt" - sagt er. Wir besitzen im 8. Lebensmonat doppelt so viele neuronale Verbindungen zwischen unseren Gehirnzellen wie mit 12 Jahren. Wir scheinen als eine Spezies programmiert zu sein, die sehr früh lernt, schon während der ersten wenigen Lebensjahre, wie wir in unserer zukünftigen Umwelt überleben können. Und wir erreichen dies indem wir Signale von denen aufnehmen, die uns aufziehen.

Ebenso neu ist die Entdeckung einer biologischen Grundlage für die weitverbreitete Erkenntnis, dass ein Liebevolles, sicheres, stimulierendes Umfeld eine gesunde Entwicklung fördert, während ein chronisch vernachlässigendes, körperlich verletzendes oder emotional missbrauchendes Umfeld erheblichen bleibenden Schaden verursachen kann.

Das Gehirn wird durch neuronale Verknüpfungen, die während der frühen Jahre durch gute oder schlechte Erfahrungen eingerichtet worden sind, geformt, entsprechend bestimmter Muster zu reagieren.

Zum Beispiel erhöhen traumatische Erlebnisse die Produktion des Hormons Kortisol im Gehirn.

Diese Substanz kann zu einer Zerstörung von Nervenzellen und zu einer Reduktion der Synapsenbildung führen, wobei allmählich die Gehirnfunktion verändert wird. Anhand des Kortisol- Spiegels in Gehirn und Blut kann man vorhersagen, wie eine Person auf Herausforderungen der Umwelt reagieren wird. So kann chronischer Stress, auch der, dem ein Kind in einem vernachlässigenden und missbräuchlichem Umfeld begegnet, die Gehirnentwicklung negativ beeinflussen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder mit chronisch hohem Spiegel an Kortisol größere Verzögerungen der kognitiven, motorischen und sozialen Entwicklung erfahren als andere Kinder.

Zwei andere Hormone im Gehirn, Serotonin und Noradrenalin, spielen ebenso Schlüsselrollen bei der Gehirnentwicklung. Serotonin unterstützt die Steuerung von Gefühlen einschließlich Aggression. Noradrenalin reguliert Reaktionen auf Angst und Zorn. Normalerweise arbeiten diese beiden Hormone in Harmonie miteinander. Aber wenn traumatische Ereignisse oder chronischer Stress die Balance zwischen diesen beiden Hormonen durcheinander bringen, kann das Resultat ein Verhaltens-, Emotions- und Kognitiv- gestörter Mensch sein.

"Früher, häufiger und intensiver Stress stimmt das Gehirn darauf ein, Stressregulationsmechanismen auf hohem Niveau zu halten" sagt Dr.Lally. " Dies führt oft zu einem Kind, das in einem fortdauernden Zustand von Angst agiert." Solch ein Kind wird aggressiver auf Stress aus der Umwelt reagieren und es kann sein, dass das Kind weniger dazu in der Lage ist, diese Reaktion zu kontrollieren.

the January 1999 Newsletter Table of Contents Page. HCCA Newsletter Page.

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Die Ursprünge menschlicher Liebe und Gewalt
Lediglich in Auszügen entnommen aus der Homepage :
http://www.violence.de/prescott/pppj/article.html

James W. Prescott, Ph.D. Institute of Humanistic Science Aus dem Pre- and Perinatal Psychology Journal, Volume 10, Number 3: Frühjahr 1996, Seiten 143-188

Dieses Papier wurde auf dem 7. internationalen Kongress der Vereinigung für prä- und perinatale Psychologie und Gesundheit vorgestellt.

... und deshalb haben "Bewegungstherapien" und "Bewegungssportarten" wie Gymnastik, Skifahren, Eislaufen, Rollschuhfahren, Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln, Surfen, Paragleiten, Fallschirmspringen, Bungeespringen, Tanzen usw. solche dramatischen therapeutische Effekte auf das emotionale Verhalten. Diese "Vestibulär-cerebral-Sportarten" sind die Therapien der Wahl, um Depression, Impuls-Kontroll-Störungen und Abhängigkeitsstörungen zu behandeln.......

...Es wird deutlich, dass die neuropsychologische Integration von Vergnügen in höhere Gehirnzentren notwendig ist, wenn Vergnügen ein effektiver Prozess in der Verhinderung von Depression und Gewalt, und für die Entwicklung von Zuständen "Transzendentalen Bewusstseins" sein soll. ... ( Eigene Anmerkung: soll heißen: Das Gehirn muß schon früh gelernt haben, Vergnügen auch positiv zu verarbeiten. )

... Die Erfahrung von Schmerz und Bestrafung wird gesellschaftlich- moralisch hoch bewertet und ist eng verknüpft mit der Ablehnung körperlicher Freuden, speziell auf sexueller Ebene...

... Typische anzutreffende Muster:

... Ich kann Schmerz sehr gut aushalten..
... Ich werde oft ganz angespannt, wenn ich berührt werde...
... politischer Konservatismus - Elterliche Nicht- Fürsorglichkeit..
... Ich neige dazu in meinen politischen Ansichten Konservativ zu sein..
... Ich träume oft davon entweder zu schweben, zu fliegen, zu fallen oder hinauf zu klettern..)
... Meine Mutter verhält sich oft gleichgültig mir gegenüber...
.. .Ich erinnere mich, dass mich mein Vater oft körperlich bestraft hat...

... Ähnlich trägt der Entzug von Muttermilch zur abnormen Entwicklung des Serotonin-Systems des Kinderhirns bei, da es dann zu einer Unterversorgung mit Tryptophan kommt, welches sehr reich im Colostrum und der Muttermilch enthalten ist, in handelsüblicher Milch aber völlig fehlt.
Tryptophan ist eine wichtige Aminosäure, die für die Entwicklung von Gehirn-Serotonin Voraussetzung ist. Defizite an Gehirn-Serotonin waren sehr stark mit Depression, Impuls- Fehlkontrolle und Gewalttätigkeit verbunden. Das zweifache Trauma, nicht gestillt worden zu sein und kein liebevolles Verhältnis zu den Eltern gehabt zu haben, ist in der amerikanischen Kultur weit verbreitet. Es trägt zur Entwicklung von Gehirn- Fehlfunktionen und -Schäden bei, die solche Kinder für Depressionen, Impuls- Fehlkontrolle und Gewalttätigkeit anfällig machen.

Diese Praxis, Kleinkinder und Kinder aufzuziehen, und sie dabei während der Jahre, wo das Stillen so wichtig wäre, in Kindertagesstätten abzuliefern, bringt tragischerweise Generationen von Kindern und Erwachsenen mit Gehirn- Fehlfunktionen hervor. Man sollte bedenken , dass UNICEF und WHO das Stillen für "Zwei Jahre und mehr" empfehlen. (Newman 1995)

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Ein Artikel in der USA Today Nov.98
Von Anita Manning

...einen Defekt in der Serotonin-Verarbeitung zu haben ist für viele impulsive Verhaltensweisen verantwortlich, unter anderem auch für Gewalttätigkeit... ( Anmerkung: Auch Gewalt oder Aggression gegen sich selbst )

... Die Forschung zeigt, dass sich Affen mit unterschiedlichen Serotonin- Spiegeln auch unterschiedlich in den selben Situationen verhalten. ...

... Affen, deren Gehirn einen niedrigen Serotonin- Spiegel aufweisen, tendieren eher dazu, impulsive (objektiv riskante oder unvernünftige) Dinge zu tun, etwa von Baumwipfel zu Baumwipfel zu springen. ... Wenn man ihnen mit Alkohol versetzte Flüssigkeiten anbietet neigen diese eher dazu, exzessiv zu trinken. ...

... alles weist darauf hin, dass Überwachung und Einfluß durch die Eltern entscheidend für die Serotonin- Entwicklung des Kindes ist. ...

Alle Texte entdeckt und übersetzt von Martin Grund

 
 
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