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Was
ist Psychotherapie?
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Psychotherapie
wörtlich übersetzt bedeutet Seelenbehandlung. Allgemein ausgedrückt
handelt es sich um die Behandlung von (seelisch bedingten) Leiden,
Beschwerden oder Verhaltensstörungen mit psychologischen Mitteln,
d.h. durch Kommunikation, meist durch Sprache (verbal), aber auch
durch nicht sprachliche Techniken (averbal).
Die
beiden bedeutsamsten Verfahren sind erstens die auf Sigmund Freuds
Theorien beruhenden psychoanalytischen oder tiefenpsychologischen
sowie zweitens die aus der Verhaltenspsychologie abgeleiteten lerntheoretischen
bzw. verhaltenstherapeutischen Verfahren.
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Wie
wirkt Psychotherapie?
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Erforschung von Wirksamkeit und Wirkfaktoren der Psychotherapie ist
Gegenstand der Psychotherapieforschung. Die Beurteilung der Erfolge
der verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren ist aus methodischen
Gründen (z.B. im Vergleich zur Erforschung der Wirkungen und Nebenwirkungen
von Medikamenten) sehr schwierig. Zahlreiche Studien mit verschiedenen
Forschungsstrategien haben aber zu der Erkenntnis geführt, daß Psychotherapie
unabhängig von der verwendeten Methode effektiv ist und die Schwere
sowie den Verlauf von zahlreichen seelischen Erkrankungen günstig
beeinflußt. |
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Was
ist Verhaltenstherapie?
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Verhaltenstherapeutische
Therapien wurden in den fünfziger Jahren in England, den USA und
Südafrika begründet und seither ständig weiterentwickelt. Die Methode
beruht auf der Lerntheorie der Psychologie. Erlernte Fehlverhaltensweisen
sollen durch neue, therapeutisch gesteuerte Lernerfahrungen korrigiert
werden können. Für zahlreiche Krankheitsbilder wurden spezifische
Therapieprogramme entwickelt.
Behandelt
werden in erster Linie die beobachtbaren Symptome des an einer seelischen
Störung leidenden Kranken Die Verhaltenstherapie setzt also am gegenwärtigen
Problem an und sucht im Gegensatz zur psychoanalytischen Therapie
nicht nach tiefer liegenden Ursachen, z.B. nach aus Kindheitserfahrungen
resultierenden Konflikten.
Nach
einer individuellen Problem- und Verhaltensanalyse wird das Behandlungsziel
festgelegt. Zum Beispiel wird bei einer Katzenphobie die Überwindung
der Angst vor Katzen das Ziel der Verhaltenstherapie sein. Die anschließende
Therapie verlangt eine aktive Mitarbeit des Betroffenen. Diesem
wird zunächst ein Erklärungsmodell für seine Störung vermittelt.
Die einzelnen Behandlungsschritte werden erläutert. Danach folgen
auf das jeweilige Krankheitsbild zugeschnittene Maßnahmen. Neu erworbene
Verhaltensstrategien müssen im Alltag erprobt werden. Oft müssen
die Patienten Protokolle schreiben, darin ihre Beschwerden im Wochenverlauf
dokumentieren.
Reizkonfrontationsverfahren
wie die systematische Desensibilisierung und die Konfrontation oder
Exposition sind typische verhaltenstherapeutische Techniken. Der
Patient wird mit angstauslösenden Reizen konfrontiert und macht
die Erfahrung, daß er sich diesen ohne die befürchteten katastrophale
Folgen aussetzen kann. In fünf bis zwanzig Therapiestunden oder
auch in intensiven Therapien von zwei Wochen Dauer werden die Patienten
nach einer Vorbereitungsphase dem angstauslösenden Reiz ausgesetzt,
entweder schrittweise mit einem schwachen Reiz beginnend (systematische
Desensibilisierung) oder sofort mit dem stärksten Reiz beginnend
(Konfrontation oder Exposition). So würde bei einer Spinnenphobie
entweder eine hierarchische Aufstellung angstauslösender Situationen
gemacht werden, anschließend mit den weniger ängstigenden Situationen
begonnen werden (z.B. Bild einer Spinne), bis schließlich zuletzt
eine Spinne auf die Hand des Patienten gesetzt wird. Oder der Patient
würde sofort mit dem größten angstauslösenden Reiz, der lebenden
Spinne auf der Hand, konfrontiert.
Weiterführender
Link
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Was
ist psychoanalytische Psychotherapie?
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Die
klassische Psychoanalyse geht auf den Wiener Arzt Sigmund Freud
(1856-1939) zurück. In der Folge entwickelten sich zahlreiche psychoanalytische
Schulen und es entstanden weitere sogenannte tiefenpsychologische
Therapieverfahren.
Ursprung
dieser Therapieverfahren ist die Psychoanalyse, bei der der Patient
auf einer Couch liegt und der Therapeut am Kopfende auf einem Sessel
sitzt, so dass er vom Patienten nicht gesehen werden kann. Im Gespräch
soll die unbewusste Bedeutung seelischer Vorgänge entschlüsselt
werden. Dabei soll der Patient Gedanken und Empfindungen spontan
mitteilen (Methode der freien Assoziation). Der Therapeut gibt keine
Ratschläge, sondern er interpretiert die Inhalte (Deutung), wobei
er auch lebensgeschichtliche und aktuelle Konflikte sowie während
der Therapie gegenüber dem Therapeuten entstehende Gefühle sowie
seine eigenen Empfindungen gegenüber dem Patienten berücksichtigt
(Übertragung und Gegenübertragung). Grundlage dieser Technik ist
die Vorstellung, dass der Patient seine Beziehungsmuster auf den
Therapeuten "überträgt" und im Therapeuten die entsprechenden Gefühle
erzeugt. Das Beachten dieser "Übertragung" und "Gegenübertragung"
kann dem Therapeuten ermöglichen, dem Patienten unbewusste Konflikte
bewusst zu machen, die dann bearbeitet und gelöst werden können.
Die
Leidenszustände werden also als Ergebnis unbewusster Konflikte und
der Folgen schädigender und nicht bewältigter Kindheitserfahrungen
angesehen.
Die
klassische Psychoanalyse hat eine Dauer von zwei bis über fünf Jahren
mit oft zwei bis vier Sitzungen pro Woche. Daraus wird ersichtlich,
dass nur wenige Patienten, die einer Psychotherapie bedürfen, für
eine klassische Psychoanalyse in Frage kommen. Außerdem gibt es
keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis. Daher ist ihre praktische
Bedeutung gering.
Statt
dessen wurden psychoanalytisch orientierte (tiefenpsychologische)
Psychotherapien entwickelt. Diese dauern in der Regel nicht länger
als ein Jahr mit insgesamt 20 bis 80 Sitzungen oder werden als Kurztherapien
mit bis zu maximal 25 Sitzungen von je einer Stunde Dauer durchgeführt.
Der Patient sitzt dem Arzt gegenüber. Abgrenzbare und aktuelle Konflikte
sollen identifiziert und bearbeitet werden.
Tiefenpsychologische
Psychotherapien werden bei vielen seelischen Störungen angewendet,
am besten scheinen Menschen mit persönlichkeitsbedingten Leiden
oder umschriebenen Konflikten in akuten Lebenskrisen zu profitieren.
Ziel der Behandlung ist es, eine reifere Verarbeitung und einen
besseren Umgang mit unbewussten Konflikten in aktuellen Lebensumständen,
insbesondere in den Beziehungen zu den Mitmenschen, zu erreichen.
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Was
ist katathym-imaginative Psychotherapie?
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| Die
Therapie beginnt mit einer Entspannungsübung. In tiefer Entspannung
an der Schwelle zum Einschlafen wird der Patient dann aufgefordert,
sich bestimmte Orte, Gegenstände oder Situationen mit einem bestimmten
Symbolgehalt vorzustellen, z.B. eine Wiese, einen Bach, ein Haus etc.
Die einem Tagtraum ähnlichen Erlebnisse werden anschließend gedeutet.
Das katathyme Bilderleben wird den tiefenpsychologischen Verfahren
zugerechnet. In der Regel werden Kurzzeittherapien von maximal fünfzig
Sitzungen durchgeführt. |
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Was
ist Gesprächspsychotherapie nach Rogers?
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| In
der Gesprächstherapie nach Rogers wird der Patient in vier bis zwanzig
Gesprächen von fünfundvierzig Minuten Dauer angeregt, seine Probleme
zu schildern und sich selbst und seine Gefühle kennenzulernen. Der
Therapeut soll sich dem Patienten wertschätzend und einfühlend zuwenden
und dessen begleitende Gefühle verdeutlichen und in Worte fassen sowie
Widersprüche aufdecken. Ziel der Behandlung ist es, die jedem Menschen
innewohnende Tendenz zur Selbstgestaltung zu unterstützen und die
Selbstakzeptanz zu verbessern. |
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Was
sind Körpertherapien? |
Die
Bezeichnung Körpertherapie wird für eine ganze Reihe unterschiedlicher
Therapien verwendet. Atemgymnastik, konzentrative Bewegungsmethode,
Feldenkrais, Eutonie und funktionelle Entspannung.
Im Internet:
Konzentrative Bewegungstherapie:http://www.dakbt.de
Feldenkrais: http://www.feldenkrais.de
Eutonie: http://www.eutonie.de
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Was
ist Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson? |
| Die
progressive Muskelentspannung wurde von dem amerikanischen Physiologen
Jacobson in den dreißiger Jahren begründet. Durch willkürliche Anspannung
und Entspannung von Muskeln soll eine verbesserte Körperwahrnehmung
erreicht werden, Verspannungen sollen gelöst werden. Eine gute Muskelentspannung
führt als positiver Begleiteffekt zu einer nervlichen Entspannung.
Die progressive Muskelrelaxation kann so die allgemeine Befindlichkeit
verbessern, zu größerer innerer Ruhe und Gelassenheit führen. Sie
wird zur unterstützenden Behandlung bei Angst- und Spannungszuständen,
Schlafstörungen, Spannungskopfschmerz und verschiedenen seelischen
und körperlichen Leiden, die mit Anspannung und Schmerzen einhergehen,
eingesetzt. Ihre Wirksamkeit ist in wissenschaftlichen Studien belegt
worden. |
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Was
ist Hypnose?
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Hypnose
ist ein suggestives Verfahren, in dem ein schlafähnlicher Zustand
erreicht wird. Das Bewußtsein ist dabei eingeengt, die Willensbildung
ist herabgesetzt. In der Hypnotherapie können kurze, positiv formulierte
Formeln bestimmte Beschwerden lindern oder Verhaltensänderungen
bewirken. Zum Beispiel können Kopfschmerzen mit Formeln wie "mein
Kopf ist ganz frei" behandelt werden. Hypnose zur Schmerztherapie
ist gut wirksam und wird übrigens zunehmend auch von Zahnärzten
anstatt einer Betäubungsspritze eingesetzt.
Hypnose
kann auch bei Schlafstörungen, Angststörungen, Suchtkrankheiten,
seelisch bedingten Körperstörungen und anderen seelischen Störungen
therapeutisch genutzt werden.
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Was
ist Autogenes Training?
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Aus
der Hypnose wurde das Autogene Training entwickelt, um dem Patienten
eine größere Unabhängigkeit vom Therapeuten zu ermöglichen. Autogen
übersetzt bedeutet "von selbst entstehend". Es handelt sich um ein
Verfahren, das vom Patienten nach vorheriger Anleitung schließlich
unabhängig von einem Therapeuten benutzt werden kann. Dabei wird
durch Konzentrationsübungen eine Entspannung in einem hypnoseähnlichen
Zustand erreicht.
Chronische
Schmerzen, muskuläre Verspannungen, Erschöpfung und andere Leiden,
wie leichte Angststörungen, Schlafstörungen, Suchtkrankheiten, seelisch
bedingte Körperstörungen, werden durch Autogenes Training günstig
beeinflußt.
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Was
ist Gruppentherapie?
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meisten psychotherapeutischen Verfahren können auch in Gruppen durchgeführt
werden. Im Vergleich zur Einzeltherapie werden sogenannte gruppendynamische
Prozesse deutlicher. Dabei werden typische psychosoziale Beziehungsstrukturen
sichtbar und für die Realitätsüberprüfung und Selbsterfahrung des
Einzelnen genutzt. Aus dem Gruppenprozeß kann also der Einzelne Rückschlüsse
für die Bewältigung der eigenen Problematik ziehen. Von Bedeutung
ist außerdem das Erlebnis der Verständigung und Respektierung des
anderen Menschen. An einer psychotherapeutischen Gruppe nehmen durchschnittlich
sechs bis zehn Personen teil. |
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Was
ist Paar- und Familientherapie?
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In
der Paartherapie werden in Gemeinschaft lebende Partner behandelt,
wenn seelische Leiden durch eine Partnerschaftsproblematik verursacht
oder verschlimmert werden oder seelische Störungen die Partnerschaft
belasten. Entsprechendes gilt für die familiären Beziehungen.
Ziel
der Familientherapie ist es, problematische Verhaltensweisen und
Erlebnisse im Zusammenhang mit den sozialen, familiären Beziehungen
zu verstehen und zu verändern. Neben analytischen und lernorientierten,
verhaltenstherapeutischen Verfahren hat sich die sogenannte systemische
Therapie etabliert.
In
der systemischen Therapie werden familiäre Beziehungen im Sinne
von Regelkreisen oder eines Netzwerkes verstanden. Zwischenmenschliche,
innerfamiliäre Konflikte werden auf der Basis systemtheoretischer
Modelle analysiert und behandelt. Das gemeinsame Gespräch mit Familienangehörigen
mindestens zweier Generationen bildet dabei die Grundlage. Die Beziehungen
untereinander werden als ebenso wichtig wie die seelischen Voraussetzungen
des Einzelnen angesehen. Nach systemischem Verständnis sind seelische
Erkrankungen Ausdruck von Störungen des sozialen (und auch biologischen)
Systems, in welchem sie stattfinden.
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Mit
Freundlicher Genehmigung von Herrn Jochen Hahn-Klimroth , http://www.webpsychiater.de |