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Tips
für Eltern und Angehörige mit Kinder mit Trichotillomanie. |
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Wichtig zu wissen ist, daß viele Kleinkinder aus dem Verhalten herauswachsen, wenn es vor dem 6. Lebensjahr anfängt. Leider ist das aber für manche nicht der Fall und dafür für alle besorgten Angehörigen die folgenden Tips. Als erstes, nicht verzweifeln! Es ist sehr wichtig das man einen lockeren Umgang mit dem Problem hat. Unter keinen Umständen sollte ein Kind, egal in welchem Alter, unter Druck gesetz werden, gehänselt oder sogar bestraft werden. Die folgenden Vorschläge können durchaus vereinzelt oder zusammen angewandt werden. Wenn eine Sache nicht hilft, nicht gleich für immer vergessen, sondern erst etwas anderes probieren und dann später eventuell wieder einsetzen. ALTER ca. 0-5 Jahre Kinder in dieser Altersgruppe scheinen zusätzliche körperliche Stimulation zu brauchen. Das Haareausreißen dient als ein selbstberuhigendes Verhalten - ähnlich wie Daumenlutschen, das Hin- und Herschaukeln oder das Streicheln eines Stofftieres. Sie lieben und brauchen viele köperliche Streicheleinheiten. Was
kann man versuchen? ALTER ca. 4-5 Hier sind tastbare "Spielsachen" angesagt. Typische kritische Haarausreiß Zeiten sind fernsehen, im Auto sitzend, und im Bett vor dem schlafengehen. Alles was eine interessante Struktur hat ist auszuprobieren: Sandpapier, "Kooshbälle, Kochtopf, Schrubber, oder Samt sind einige Beispiele. Ermutigen Sie das Kind solche Spielsachen mit sich herumzutragen und öfters anzufassen besonders während kritischer Zeiten. Die Idee hinter diesen Vorschägen ist folgende: Geben Sie Ihrem Kind besonders viel körperliche Stimulation zu Zeiten, wenn Trichotillomanie auftritt, um dies möglichst zu verhindern. ALTER ca. 5-10 Normaleweise gibt es in dieser Altersgruppe noch keine verschlechternde Selbstwertschätzung durch die Trichotillomanie. Der Schlüssel ist, das beizubehalten. Die Kinder brauchen viel Verstärkung und müssen wissen daß alle Menschen Probleme haben und ihr Problem nicht so schlimm ist. Das Haarausreiß-Problem ist nur ein kleiner Teil von ihnen. Kinder mit Trichotillomanie in diesem Alter tendieren im Winter mehr zu reißen als in Frühling oder Sommer. In den warmen Monaten sind Kinder im allgemein aktiver und mehr draußen. Für ein aktives Leben sollte man das Kindn z.B. zum Sport ermutigen. Man bekommt automatisch viel körperliche Stimulation, welche in diesem Alter auch noch sehr wichtig ist. Schwimmen wirkt sehr stimulierend. Die Hauptsache ist Ablenkung auf andere Dinge. Nochmals beobachten Sie genau wann bzw. bei welchen Situationen Trichotillomanie vorkommt: z.B.bei Hausaufgaben, beim Fernsehen, im Auto, im Bett liegend, oder morgens vor dem Kleiderschrank. Schauen Sie nach tastbaren Gegenständen die interessant sind. Andere Beispiele: Muscheln, ein ganz glatter Stein, eine Perlenkette oder "Playdough"Knete. Es muß nur irgendetwas mit einer ungewöhnlichen Beschaffenheit sein. Wenn das Kind etwas in der Hand hat, dann ist es unwahrscheinlicher, dass es Haare ausreißt. Es ist eine gute Idee für jede kritische Zeit ein anderes Objekt zu haben. Dadurch trainert sich das Kind an sich an verschiedene Stimulationen zu gewöhnen, und das Risiko von Langeweile ist nicht zu groß. Experimentieren Sie mit dem Kind mit einer neuen Friseur. Die wichtigste Mitteilung von Angehörigen ist die folgende: Keine Angst vor dem Versagen. Man muß die Einstellung prägen, daß wenn eine Sache nicht klappt, dann wird etwas anderes ausprobiert. Rückenstärkung ist alles. ALTER ca. 11-16 In diesem Alter haben Kinder eine ganze Reihe anderer Sorgen, wie Identitätsfragen, Umgang mit dem anderen Geschlecht u.s.w. Trichotillomanie zu dieser Zeit zu haben ist dafür besonders schwer für Kinder, weil die Selbstwertschätzung darunter sehr leiden kann. Eltern sollten sich ein bißchen zurückziehen und das Kind mehr an sich selbst arbeiten zu lassen. Nörgeln ist das Schlimmste was man machen kann,weil das Kind als Reaktion darauf alles abblocken könnte und das Problem dadurch verstärkt würde. Gute Ergebnisse wurden erzielt durch ein "Anreiz System". Das Kind sucht sich einen Gegendstand für eine kritische Zeit aus (z.B. einen Bleistift mit einem Troll mit Haaren darauf). Dieser Gegendstand muß dann für die Dauer der Hausaufgaben gehalten werden. Wenn das erfolgreich durchgeführt wurde, "verdient" das Kind eine vorher mit den Eltern ausgemachte Belohnung. Sehr wichtig ist das die Motivation vom Kind kommen muß. Es sucht ein Objekt aus UND die begehrte Belohnung. Es kann auch ein Punkte System ausgearbeitet werden , das man später "einlöst", z.B. 10 Punkte geben eine Übernachtung bei einer Freundin. Dieses System verstärkt Verantwortung, Management und das Kind hält die Zügel selbst. Der ganze Focus soll nicht auf das negative Verhalten gerichtet sein, sondern auf Alternativen. Man sollte nicht nach neuem Haarwuchs nachschauen.Es kann für das Kind leicht frustrierend sein da Haare unterschiedlich schnell wachsen und es könnte unerwünschten Druck ausüben. Motivation zum Weitermachen ist viel wichtiger. Gummi Kingerkappen (Bürobedarf) können hilfreich sein während Hausaufgaben. Hauptsache ist das das Kind mitbestimmt. Das Kind kann versuchen bei Risiko Zeiten einen Hut oder Tuch aufzusetzen. Sie sollten consequent angezogen werden und immer einen festen Platz haben, z.B: auf dem Fernseher. Fragen Sie Ihren Sohn /Ihre Tochter was er/sie hilfreich fände. Wenn das Kind sagt "Bitte nicht nachfragen", dann sollte man das akzeptieren. Teilen Sie dem Kind aber mit, dass Sie in ein Paar Wochen wieder fragen werden, weil es sein könnte, dass es seine Meinung inzw. geändert hat. Es ist auch sinnvoll zu fragen, ob man es errinnern soll, wenn es mal das "Spielzeug" hinlegt und die Haare anfasst. Zusammen könnte man eine Art "Code" ohne Worte ausarbeiten wobei man nur mit einer Geste das Kind errinert. Es kann notwendig sein zusammen mit einem Therapeut zu arbeiten um andere typische Jugendprobleme zu besprechen. Dieser Text wurde von einer Hörkassette aus dem amerikanischem übersetzt. Die Autorin, Dr. Ruth Goldfinger Golomb, gab diese Tips in einem Vortrag in Mai 1994, in den U.S.A. Sie ist Verhaltenstherapeutin und arbeitet seit 16 Jahren mit Kindern und seit 10 Jahren mit den Eltern der Kinder, sowie mit Erwachsenen mit Trichotillomanie und anderen Zwangserkrankungen. Übersetzt von Ann Tomica |